Sollten wir über alles selbst nachdenken?

Der unabhängige Mensch, der für sich selbst denkt, löst bei Anpassern eine besondere Art von Hass aus. „Sie werden alles akzeptieren außer einen unabhängigen Menschen“, wie Ayn Rand über Konformisten bemerkte. „Sie erkennen ihn sofort. …Es gibt eine spezielle, heimtückische Art von Hass auf ihn.“ Aber ist es die Sache eigentlich wert, können und sollen wir wirklich über alles selbst nachdenken? Weiterlesen

Zurückgelassen von der Vernunft

Irgendwie kann ich die AfD-Unterstützer schon verstehen. Alleine schon, um diesen Blogeintrag mit einer provokanten These zu beginnen, die manche wieder dazu verleiten wird, meine gesammelten Werke für Anzeichen zu durchkämmen, dass ich insgeheim selbst die AfD unterstütze (ich beneide die Menge an Freizeit, die Euch zur Verfügung steht).

Aber auch, weil sich unsere Kultur tatsächlich schnell ändert und viele zurückgelassen werden. Unter den Zurückgebliebenen ist zum Beispiel die Vernunft, denn unsere Kultur ist komplett Gaga. Weiterlesen

Morgen bist auch Du AfD

Ach, würde ich doch nur die AfD unterstützen! Oder sogar Parteimitglied sein, oder führender Politiker. Es würde die Dinge so sehr vereinfachen. Hier in der grünlinken Hipsterzentrale Hamburg wurde ich schon aus den geringsten Anlässen in die AfD-Ecke gesteckt und musste mich dagegen verteidigen. Würde ich die Partei tatsächlich unterstützen, könnte ich einfach sagen: „Klar bin ich AfD. Fick Dich.“

Leider muss ich es mir jedes Mal so schwer machen, wie es nur irgendwie möglich ist. Ich frage mich, was in den Köpfen von Leuten eigentlich vorgeht, die jeden bereitwillig bei jedem Nicht-Anlass in die AfD-Ecke stecken. Klar, viel ist es nicht. Allmählich erreicht es jedenfalls Irrenanstalts-Niveau. Hier ein paar Beispiele, größtenteils aus Hamburg, zu kleineren Teilen auch Erfahrungen in anderen Städten (leider nicht fiktiv): Weiterlesen

Hexenjagd 2018: Wenn der Vater AfD wählt

Die „Ihr seid alle AfD bis auf mich und meine Homies“-Generation ist eine Sekte. Es ist typisch für Sektierer, selbst ihre engsten Verwandten gegenüber der Obrigkeit und den anderen Kultisten zu denunzieren, sie als Ungläubige zu outen und sie dann ihrem Schicksal zu überlassen. Dieses Ritual dient auch dazu, den eigenen Status als vertrauenswürdiges Kultmitglied zu festigen und so in der Hierarchie aufsteigen zu können. Also in etwa das zu tun, was der Soziologiestudent mit dem Pseudonym „Leopold Löffler“ mit seinen eigenen Eltern im Tagesspiegel-Artikel „Wenn der Vater AfD wählt“ getan hat.

So ähnlich muss es in der DDR gewesen sein, wenn der Nachwuchs die Eltern bei der Staatssicherheit anschwärzte, um bei der Freien Deutschen Jugend aufzusteigen. Nur geschieht es diesmal anonym, ganz so konsequent wollen wir nicht sein dieser Tage. Es gibt ja noch freie und geheime Wahlen, Persönlichkeitsrechte, Recht auf Privatsphäre, Recht auf Meinungsfreiheit, Schutz der Familie und all diese reaktionären AfD-Dinge von damals, also konnte Löffler den echten Namen seines Vaters (und seinen echten Namen) nicht nennen – jedenfalls, bis auch diese braunen Relikte Geschichte sind. Weiterlesen

Eine Gesellschaft voller Punk-Verräter

Ist der Punk Mainstream geworden? Omis laufen mit bunten Haaren herum, jeder Zweite hat ein Tattoo und lebt in einer „offenen Beziehung“ oder einer Patchwork-Familie (ok, denke ich vielleicht nur, weil ich in Hamburg lebe), Zombie-Serien haben die Lindenstraße ersetzt, die Grünen bekommen in Bayern 19 Prozent und Lieder von den Ärzten und den Toten Hosen laufen im Radio.

Ich höre nun seit meiner frühen Jugend Punk-Rock und irgendetwas fühlt sich sehr falsch an an der Übernahme von Punk-Elementen durch die Mainstream-Gesellschaft. Etwas stimmt hier nicht. Sind auf einmal alle Punks geworden? Ich denke, hier geht etwas anderes vor sich. Etwas, das mich ankotzt. Weiterlesen

GBS auf der #unteilbar-Demo

Ein Leser hat mich auf die Teilnahme der religionskritischen Giordano Bruno Stiftung an der #unteilbar-Demo in Berlin hingewiesen. Ich wusste davon nichts, als ich meinen Beitrag zum Thema verfasste. Darin unterstelle ich den 250 000 Demoteilnehmern, dass sie sich überwiegend nicht hinreichend im Vorfeld über die Demo informiert hatten, dass sie „nützliche Idioten“ der freiheitsfeindlichen Extremisten dort seien und „die eigentlichen Verlierer“.

Das werde ich jetzt auch nicht zurücknehmen. Aber die Kritik an der Stiftung verwundert mich doch etwas. Es war schließlich nichts anderes von ihr zu erwarten.

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