Die Bedeutung von Thomas von Aquin

thomas_von_aquin„Jeder Wille, der der Vernunft widerspricht, ist böse.“

(Thomas von Aquin: Das irrende Gewissen, Artikel 6.1)

Der Glaube an Jesu als Gottes Sohn sei unverzichtbar für die Erlösung, schrieb Thomas von Aquin einst. Aber wer mit seiner Vernunft keinen guten Grund sieht, daran zu glauben, der sollte auch nicht daran glauben. Er würde einen moralischen Fehler begehen, wenn er es doch tut. Insofern mache ich also alles richtig. Das freut mich und ist Grund genug, im Folgenden auf die philosophische und historische Bedeutung von Thomas von Aquin kurz einzugehen. Weiterlesen

Buchtipps und philosophische Gedanken

Wie so viele andere junge Menschen befasse ich mich gerade mit der Philosophie von Thomas von Aquin. Ich weiß, ich bin mal wieder uncool, weil ich bei solchen Trends erst mitmache, wenn sie schon wieder fast vorbei sind; als würde ich jetzt anfangen, Pokémon Go zu spielen. Der Trend, sich mit Aquin zu befassen, ist sogar schon seit einigen Jahrhunderten vorbei.

In diesem Beitrag empfehle ich zwei Bücher, die ich frisch gelesen habe und außerdem habe ich womöglich einige theologische Probleme gelöst. Ja, ist ein komischer Zeitvertreib für einen Atheisten, aber ich habe das Induktionsproblem (das letzte große philosophische Problem) erst einmal aufgegeben, weil es bislang nicht lösen könnte und mich das allmählich nervt. Ansonsten gibt es nichts mehr weiter zu tun in der Philosophie, daher also meine Lösung einiger theologischer Fragen. Steinigt mich, wenn’s euch nicht passt.

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Demokratie ist der einzige Weg zur Freiheit (Erweitert)

Eine Kurzfassung dieses Beitrags erschien zuvor bei Novo.

Die Debatte um den Brexit hat die Demokratieskepsis unter vielen Liberalen und Libertären ans Tageslicht gebracht. Libertäre können ihre Ideale aber nur in einer Demokratie in einem offenen Austausch durchsetzen.

Erweitert um die Frage nach der Rolle der Demokratie beim aktuellen Türkei-Putsch, um mehr Quellen, Argumente und mehr Ausführungen über Streitpunkte unter den Libertären.

Von Andreas Müller Weiterlesen

Ein Leben des Lebens wegen

Charles Ernest Butler: Tod eines Wikingerkriegers (1909)

Charles Ernest Butler: Tod eines Wikingerkriegers (1909)

Die schönste Stelle im Gesamtwerk der amerikanischen Philosophin und Romanautorin Ayn Rand findet sich meiner Ansicht nach in „We the Living“. Das ist Rands früher semi-autobiografischer Roman über das Leben in der Sowjetunion. In der Passage geht es um die einzige Geschichte über einen Helden, den die junge Protagonistin Kira, ein russisches Mädchen, als Kind gelesen hat. Die Zusammenfassung der Geschichte in „We the Living“ ist bereits ein Vorbote von Rands späterer Philosophie.

Ergänzung: Wie ich erfahren habe, gab es in den 1950er-Jahren eine deutsche Übersetzung, die „Vom Leben unbesiegt“ heißt. Davon besitze ich keine Ausgabe. Ich habe die Stelle im Folgenden selbst ins Deutsche übersetzt: Weiterlesen

Video: Aufgeklärter Patriotismus

Ist Patriotismus moralisch in Ordnung? Dürfen wir uns mit unserem Land identifizieren? Wie lässt sich das weit verbreitete patriotische Empfinden erklären? All dies und mehr erläuterte ich in diesem neuen Video: http://www.youtube.com/watch?v=x7kHfmjAdz0

Artikel zum Thema:

https://feuerbringer.wordpress.com/2011/03/11/die-konservative-reihe-patriotismus
https://feuerbringer.wordpress.com/2015/11/03/aufgeklaerter-patriotismus

Steuern sind kein Diebstahl

Feuerbringer_Zitat_Freiwillige_Staatsfinanzierung

Hier nun mein Beitrag im Vorfeld der Diskussion am Sonntag über die Frage, ob Steuern Diebstahl sind? Wie der Titel dieses Essays nahelegt, bin ich der Meinung, dass dem nicht so ist. Einige Libertäre sind hingegen der Auffassung, dass Steuern mit Diebstahl, Erpressung oder Raub zu vergleichen wären. Wenn dir jemand ohne Zustimmung dein Eigentum wegnimmt, dann nennt man das „Diebstahl“. Warum sollte es anders sein, wenn ein Staat dir dein Geld wegnimmt? Der Staat ist schließlich nur eine Gruppe von Leuten, die von einer anderen Gruppe beauftragt wurde, dir dein Geld wegzunehmen. Einfach nur, weil die es gerne hätten. So die Logik von vielen Libertären, vor allem von den Anarchokapitalisten wie Murray Rothbard.

Ayn Rand war ebenso der Meinung, dass die Bürger ihre Regierung in einer völlig freien Gesellschaft freiwillig finanzieren müssten. Das ist die bislang einzige Position von Rand, bei der ich nun zur Schlussfolgerung gelangt bin, dass sie falsch ist. Es gibt an dieser Stelle einen Widerspruch in ihrem Denken. Sie hat mit einem wichtigeren Prinzip Recht und mit der freiwilligen Regierungsfinanzierung Unrecht. Man kann eine Regierung grundsätzlich nicht auf freiwilliger Basis finanzieren. Steuern sind also kein Diebstahl. Weiterlesen