Das Recht, zu urteilen

Ich bin ein Mensch mit starken Überzeugungen. Einst war ich als „Taliban der Aufklärung“ (Michael Schmidt-Salomon) bekannt. Meine Überzeugungen finden teilweise großen Anklang, teilweise stoßen sie auf heftige Ablehnung. So weit, so gut. Leider wird mir oftmals streitig gemacht, diese Überzeugungen offen vertreten oder sie auch nur in meinem Kopf beherbergen zu dürfen. Es heißt, ich würde anderen ihr Leben vorschreiben wollen.

Das möchte ich nicht – und habe es nie behauptet, im Gegenteil. Ich fordere keine Gesetze, die Rechte und Freiheiten meiner Mitbürger einschränken. Hier ist das, was ich tun möchte: Ich möchte zu einem Mann, der seine Frau betrügt (oder umgekehrt) sagen dürfen: Ich finde, dass sich Partner treu sein sollten und daher verurteile ich Dein Verhalten. Ich möchte zu jemandem, der sich täglich betrinkt sagen dürfen: Ich denke, das ist weder gut für Dich noch andere, und ich verurteile Dein Verhalten. Das ist alles. Wenn sie es trotzdem machen, ist es ihre Sache. Aber es ist meine Sache, sie zu be- und verurteilen, wenn ich das möchte.

Verhängnisvollerweise verstehen viele Menschen den Unterschied zwischen Ethik und Politik nicht. Oder den Unterschied zwischen der Beurteilung einer Ethik und dem Verbot, eine Ethik zu leben. Darum liefere ich in diesem Beitrag eine präzise und differenzierte Erklärung, warum jeder Bürger jeden anderen als unmoralisch oder als guter Mensch beurteilen darf.

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Überleben oder gutes Leben?

Reason and ValueBeruht Ayn Rands Ethik auf dem Überleben des Menschen oder auf dem „guten Leben“ des Menschen? Das ist eine Diskussion in objektivistischen Kreisen, die nun seit Jahrzehnten geführt wird. Reason and Value: Aristotle versus Rand behandelt aktuell diese Frage. Das Buch gehört zu einer Buchreihe mit akademischen Diskussionen von Rands Ideen, welche die Atlas Society publiziert. In diesem Band kritisiert der Philosophieprofessor Roderick T. Long einige von Rands Ideen. Long ist ein Neo-Aristoteliker, der den ursprünglichen aristotelischen Positionen etwas näher steht als Rand.

In einem wichtigen Punkt ist seine Kritik zutreffend. Weiterlesen

Sollten wir Tieren Rechte zusprechen?

Ein Licht im Dunkeln (Foto: Andreas Müller)

Ein Licht im Dunkeln (Foto: Andreas Müller)

Sollten wir Tieren Rechte zusprechen? Mit dieser Frage befasst sich mein neuer Artikel im Debattenmagazin Novo Argumente.

Manch ein Zeitgenosse, der nur Augen für schwarze Lettern auf weißem Grunde hat, verschmähte jüngst meinen Vortrag über Tierrechte. Er fragte nach dem Verbleib des geschriebenen Wortes? Nunmehr bin ich der Bitte nachgekommen und habe jenen umfassenden Artikel mit einem neuen Inhalt im Vergleich zum Vortrag verfasst. Damit sich der Aufwand auch lohnt und zusätzliche Leser ihren Weg zu meinem Meisterwerk finden, wurde der Artikel erfreulicherweise vom Debattenmagazin Novo Argumente veröffentlicht. Besten Dank an den Chefredakteur Johannes Richardt! Es handelt sich bei Novo Argumente um das deutsche Partnermagazin des britischen Spiked-Magazine, welches einen altehrwürdigen Platz unter meinen Feeds einnimmt.  Man labe sich nunmehr an meinen ausgesuchten Argumenten!

http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001626

Um es zu betonen: Der Essay ist neu und unabhängig vom Vortrag. Es handelt sich nicht um eine Mitschrift.

Herrschaft der Tierrechtler

David Horowitz: Indoctrination U. Über die linke Indoktrination amerikanischer Studenten (Encounter Books)

David Horowitz: Indoctrination U. Über die linke Indoktrination amerikanischer Studenten (Encounter Books)

Offenbar ist es unmöglich, eine rationale Antwort von Tierrechtlern auf meine sorgfältige und ausführliche Kritik ihrer Position zu erhalten. Entweder sagen sie gar nichts und tun es ihren geliebten Laboraffen gleich, indem sie auf Knöpfchen drücken, in diesem Fall auf den Knopf für „Daumen nach unten“ neben dem Vortragsvideo – oder sie werfen mir eine unmoralische Grundhaltung vor, weshalb es nicht angemessen wäre, auf meine Argumente zu antworten. Am häufigsten verwenden sie folgende Denkfehler: Weiterlesen

Was gerade als moralisch gilt

Die Antworten auf meine Umfrage Was ist moralisch? sind recht interessant und ausgewogen. Sieben Leute finden zum Beispiel, dass der deutsche Fernseh-Philosoph Richard David Precht höchstpersönlich die Moral verkörpert, während fünf Abstimmende ihn von einer Brücke stoßen möchten, um einen Zug aufzuhalten. Einer hält sich daran, „was die Partei sagt“ und ein weiterer hat nur „das Wohl der arischen Herrenrasse“ im Sinn. Nun, dann ist der Zustand der Moral in Deutschland weitaus besser, als ich dachte. Weiterlesen

Vortrag: Warum Moral objektiv ist

Kann man vom Sein auf das Sollen schließen? Gibt es eine objektive Moral für alle Menschen? Die moderne Philosophie sagt: Nein. Die objektivistische Philosophie von Ayn Rand sagt: Eben doch! In diesem Vortrag erläutert der deutsche Objektivist Andreas Müller, warum Gott und Gesellschaft als moralische Maßstäbe ebenso versagen wie die persönliche Willkür. Er erklärt, wie man die Moral in den objektiven Tatsachen der Realität verankern kann.

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Link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=vl1LzODgR-M

Folien: http://www.feuerbringer-magazin.de/wp-content/uploads/2014/04/Warum-Moral-objektiv-ist-Mueller-Andreas-Folien.pdf

Skript: http://www.feuerbringer-magazin.de/philosophie/ethik/warum-moral-objektiv-ist

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Antworten auf Einwände:

1. Tiere leben auch, aber sie benötigen keine Ethik. Nur Lebewesen mit Willensfreiheit benötigen eine Ethik. Der Grund lautet, dass Tiere instinktiv ihre Werte anstreben, während der Mensch sich dazu entscheiden und außerdem herausfinden muss, wie er das am besten anstellt.

2. Ethik kann sich nicht nur auf unser Verhalten gegenüber anderen Menschen beziehen. Auch Robinson Crusoe benötigt als einsamer Mensch auf einer Insel eine Handlungsorientierung, um überleben zu können. In der Tat hat der literarische Charakter im höchst empfehlenswerten Roman von Daniel Defoe auch eine Ethik – eine protestantische Variante des rationalen Egoismus (in der Fachliteratur steht meistens, es wäre der Utilitarismus; aber das größte Glück welcher Zahl soll Robinson als zunächst einziger Inselbewohner bitte anstreben?).

3. Bei der Ethik geht es darum, eine Handlungsorientierung für Menschen zu finden. Man kann eine Ethik nicht auf Ausnahmesituationen beruhen lassen, wenn es nötig sein kann, tatsächlich menschliches Leben gegen menschliches Leben abzuwägen. Ethik beruht auf Metaphysik. Wir leben nicht in der Hölle.

Umfrage zum Thema:

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Sind Objektivisten gegen Mitleid?

Der Mensch wird dieser Tage als der mitleidende Affe angesehen und nicht länger als der denkende Affe (bzw. das rationale Tier), wie Aristoteles ihn definierte. Kein Wunder also – wobei trotzdem unlogisch -, dass der Verdacht aufkommt, jemand, der den Menschen noch als denkenden Affen ansieht, könnte vielleicht ein Problem mit dem Mitleid haben. Da diese Frage nun aufgeworfen wurde, möchte ich nunmehr erklären, wie die Philosophie des Objektivismus zum Mitleid steht. Und was ist Mitleid überhaupt? Weiterlesen