Debatten nur zum Schein

Allmählich kommt es mir so vor, als ob Argumente häufig dem Fehlschluss des Argumentum ad populum untergeordnet sind. Will heißen: Viele Menschen wiederholen eigentlich nur eine Meinung, die gerade in einer Gesellschaft oder in ihrer Gruppe populär ist und sie führen die dafür von der Gruppe genannten Argumente an, aber ohne, dass diese als Argumente für sie von Bedeutung wären. Argumente dienen also häufig nicht dazu, der Wahrheit auf die Spur zu kommen oder das zu vertreten, was man für wahr hält. Vielmehr drückt man mit Argumenten oft nur seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe aus. Andere Menschen antworten häufig auch nicht mit irgendeiner rational erwogenen Argumentation, sondern entweder stimmen sie mit weiteren Argumenten der Gruppe zu oder sie widersprechen mit Argumenten einer anderen Gruppe, der sie sich zugehörig fühlen.

Das heißt, sie durchdenken viele Themen nicht selbst und die Wahrheit ist ihnen auch gar nicht wichtig, sondern sie reden nur das, was die Leute so reden, um dazuzugehören. Das würde jedenfalls einiges erklären. Weiterlesen