Wer hats geschrieben?

 Die Schweizer? Nein.

(Ergänzung unten)

Uwe-Christian Arnold erhielt „Unterstützung“ von Michael Schmidt-Salomon bei der Verfassung seines Buches über die Sterbehilfe: Letzte Hilfe. Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben. Worin mag diese Unterstützung bestanden haben? Ein Blick auf den Stil gibt Aufschluss:

„Lobbyisten der Pharmaindustrie“, „Feigheit vor dem Patienten“, „im Unterschied zu all den Politikern […] weiß ich, wovon ich spreche“, „als treibende Kräfte sind hier in erster Linie die christlichen Kirchen zu nennen“, „Verrat an den Prinzipien des Rechtsstaats“, „ich klage die verfasste deutsche Ärzteschaft […] an„. Weiterlesen

Deine Kampagne gehört mir!

Ich gebe zu, dass die Idee, ein Selfie von sich zu machen, auf dem man tot aussieht und das Bild dann einer Sterbehilfe-Kampagne zu übermitteln, einen gewissen Kultfaktor hat. Das könnte direkt aus einem Monty-Python-Film stammen (und da MSS ein großer Fan von der Truppe ist, dürfte das in der Tat der Einfluss sein). Es hat auch etwas extrem Dekadentes – es ist die Art von Sache, die eine Gesellschaft direkt vor ihrem Zusammenbruch macht. Am besten, ihr fertigt auch Selfies von euren toten Freunden und Brüdern und Schwestern und Eltern an und teilt die dann mit den Kollegen und mit dem Rest der Welt! Es hat so etwas von dem Film „Idiocracy“, in dem die Durchschnittsintelligenz der Gesellschaft unter den Gefrierpunkt gesunken ist.

Auf jeden Fall werde ich die Kampagne eine Runde parodieren. Ihr könnt meine satirischen Plakate gerne mit einem Link zum Blog teilen, was mich angeht. Die Bilder darauf habe ich entweder selbst gezeichnet oder man darf sie frei verwenden. Bildquelle für das erste Plakat: http://morguefile.com/archive/display/905679, Lizenz M. Die Katze stammt von hier: http://morguefile.com/archive/display/866404, Lizenz M

Sterbehilfe-Finger-AM

Dein-Ende-Gehoert-Mir
Sterbehilfe-Katze

Fotografiere dein totes Gesicht

Denn nur der jeweilige Mensch – nicht der Staat, nicht die Kirche, nicht die Ärzteschaft – hat das Recht zu bestimmen, was für ihn eine würdige Existenz bedeutet. In einem demokratischen Rechtsstaat ist der einzelne Mensch der absolute Souverän seines eigenen Lebens. Die Achtung der Menschenwürde hängt daher entscheidend davon ab, inwieweit der Staat dem Selbstbestimmungsrecht des Individuums Rechnung trägt.

Das würde ich genau so unterschreiben, wie es auf der Website zur Kampagne „Letzte Hilfe“ der Giordano Bruno Stiftung steht. Würde man die Idee natürlich ernst nehmen, dass jeder Mensch sich selbst gehört, dann könnte Stiftungssprecher Michael Schmidt-Salomon in seinen Büchern keine stärkere Umverteilung von Eigentum fordern. Denn wenn wir uns selbst gehören, dann gehören uns natürlich auch die Werte, die wir produziert haben. Er könnte sich dann nicht länger von Liberalen, Libertären und so komischen Leuten wie Philosophen distanzieren, die auf eine so abwegige Idee kommen, Ideen ernst zu nehmen. Man kommt viel schneller ins Fernsehen, wenn man irgendwelche Ideen zusammenbraut, die gerade diskutiert werden – auch wenn sie gar nicht zusammenpassen. Weiterlesen

Meine Ideen gehören mir!

Update: Die Kampagne will Assoziationen mit der Kampagne „Mein Bauch gehört mir“ wecken. Ich habe da wohl zu logisch gedacht. „Mein Ende gehört mir“ folgt aus „Dein Leben gehört dir“, weil das Sterben zum Leben gehört. Es folgt nicht aus einem Bauch, der einem gehört. Da jedoch die GBS überhaupt nicht der Meinung ist, dass wir der Eigentümer unseres eigenen Lebens sind, denkt man an die noch höhere Umverteilung, die Michael Schmidt-Salomon fordert, ergibt die Assoziation mit meinen liberalen Ideen tatsächlich keinen Sinn. Diese marxistischen Ideen mit meinen Ideen in Verbindung zu bringen ist so, als würde man eine Krankheit mit ihrem Heilmittel gleichsetzen. Also: Mea Culpa.

Andererseits hat die Gegenüberstellung, wie der hiesige Kommentator Meier anmerkte, eine weitere Aussage: Die Giordano Bruno Stiftung fokussiert sich mit der PR-Arbeit für Abtreibung und Sterbehilfe auf den Tod. Über das gute Leben hat sie nichts Vernünftiges zu sagen. Objektivisten fokussieren sich auf das Leben und behandeln Abtreibung und Sterbehilfe als Randthemen.

Plakat der Giordano Bruno Stiftung für die Sterbehilfe-Kampagne (Bild: Giordano Bruno Stiftung)

Aktuelles Plakat der Giordano Bruno Stiftung für die Sterbehilfe-Kampagne, 2014 (Plakat: Giordano Bruno Stiftung)

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller von 2013. (Plakat: Andreas Müller)

 

 

Die effektive Selbstbeweihräucherung

"Die Schulden sind jetzt weg, Puff!" "Wollen Sie das nicht auch mal verpuffen lassen?" (Politische Unterdrückung)

„Die Schulden Afrikas sind jetzt weg, Puff!“ „Wollen Sie das nicht auch mal verpuffen lassen?“ (Politische Unterdrückung). (C) Cox & Forkum

„Der effektive Altruismus (EA) ist eine Philosophie und eine soziale Bewegung, die darauf abzielt, die beschränkten Ressourcen Zeit und Geld optimal einzusetzen, um das Leben möglichst vieler empfindungsfähiger Wesen möglichst umfassend zu verbessern. Gemeinsam mit der gbs-Schweiz hat die Giordano-Bruno-Stiftung Deutschland nun ein Projekt zum Effektiven Altruismus auf den Weg gebracht.“ (Aus dem neuen gbs-Newsletter).

Somit steht die gbs inzwischen für das direkte Gegenteil dessen, wofür ich stehe: Selbstaufopferung in Form des Utilitarismus statt aufgeklärtes Eigeninteresse. Weiterlesen

Deschner, der altruistische Mystiker

Karlheinz Deschner gehört zu den einflussreichsten Religionskritikern Deutschlands. Er ist der Autor der zehn Bände umfassenden „Kriminalgeschichte des Christentums“. Er wird immer und überall von Atheisten und Religionskritikern gelobt. Aber wie Deschner selbst schrieb: „Nur Lebendiges schwimmt gegen den Strom.“ Weiterlesen

Pluralismus gegen die Vernunft

Der Philosoph Leonard Peikoff bietet in seinem neuen Buch The DIM Hypothesis – ein Must Read für Intellektuelle jeder Art – etwas, das postmoderne Denker spöttisch eine „große Erzählung“ nennen, also eine systematische Interpretation der westlichen Kultur. Inklusive Geschichte, Physik, Bildung und Kunst. Grundlage ist die objektivistische Philosophie und insbesondere die zugehörige Epistemologie (Erkenntnistheorie). Weiterlesen