Matussek und die Homophobie

Matthias Matussek war stets als Anwalt der konservativen Katholiken in den überregionalen Medien präsent. Dort verteidigte er sein erzreaktionär-katholisches Weltbild. Dagegen hätte ich nichts einzuwenden, wären seine Artikel substanzreicher. Aber Matussek hat sich nie an intellektuellen Debatten beteiligt – jedenfalls nicht auf intellektuelle Art. Sein Lob der Homophobie ist genauso leer und belanglos wie immer, diesmal gilt das jedoch auch für die kritischen Repliken.

In einem Artikel des britischen Journalisten Theodore Dalrymple berichtet der ehemalige Gefängnisarzt über einen Tag in seinem Hospital. Dort tummelten sich regulär die drogenabhängigen, gewaltaffinen Mitglieder der britischen Unterschicht. An einem gewöhnlichen Tag starrte die Oberschwester einst ins Leere und sagte: „Alles ist widerlich“, ohne Betonung oder besonderen Anlass. An diese Anekdote fühle ich mich häufig erinnert, wenn ich einen Blick in die Online-Ausgaben der überregionalen Zeitungen wage und einen Blick auf die Kommentare darunter. Alles, in der Tat, ist widerlich. Weiterlesen