Steuern sind kein Diebstahl

Feuerbringer_Zitat_Freiwillige_Staatsfinanzierung

Hier nun mein Beitrag im Vorfeld der Diskussion am Sonntag über die Frage, ob Steuern Diebstahl sind? Wie der Titel dieses Essays nahelegt, bin ich der Meinung, dass dem nicht so ist. Einige Libertäre sind hingegen der Auffassung, dass Steuern mit Diebstahl, Erpressung oder Raub zu vergleichen wären. Wenn dir jemand ohne Zustimmung dein Eigentum wegnimmt, dann nennt man das „Diebstahl“. Warum sollte es anders sein, wenn ein Staat dir dein Geld wegnimmt? Der Staat ist schließlich nur eine Gruppe von Leuten, die von einer anderen Gruppe beauftragt wurde, dir dein Geld wegzunehmen. Einfach nur, weil die es gerne hätten. So die Logik von vielen Libertären, vor allem von den Anarchokapitalisten wie Murray Rothbard.

Ayn Rand war ebenso der Meinung, dass die Bürger ihre Regierung in einer völlig freien Gesellschaft freiwillig finanzieren müssten. Das ist die bislang einzige Position von Rand, bei der ich nun zur Schlussfolgerung gelangt bin, dass sie falsch ist. Es gibt an dieser Stelle einen Widerspruch in ihrem Denken. Sie hat mit einem wichtigeren Prinzip Recht und mit der freiwilligen Regierungsfinanzierung Unrecht. Man kann eine Regierung grundsätzlich nicht auf freiwilliger Basis finanzieren. Steuern sind also kein Diebstahl. Weiterlesen

Wie findet ihr Rothbards Kindermarkt?

Der anarchokapitalistische Denker Murray Rothbard findet, dass Eltern das Recht haben sollten, ihre Kinder 1. verhungern zu lassen oder sie auch 2. auf dem freien Markt zu verkaufen. Eltern sollen Kinder zwar nicht physisch verletzen dürfen, aber sie hätten in Rothbards perfekter Welt das Recht, die Kinder zu vernachlässigen. Zudem könne es nicht sein, dass Kindern das Arbeiten verboten wird. Dadurch erführen sie „einen Nachteil gegenüber ihren erwachsenen Konkurrenten“. Also sollte Kinderarbeit legal sein.

Die Kinder sollen wiederum von ihren Eltern weglaufen und sich neue Eltern suchen dürfen, wenn ihnen das nicht passt. Alle Beteiligten sollen vom freien Kinderhandel profitieren. Schließlich wollen mehr Menschen Kinder adoptieren, als es Kinder im Angebot gibt. Und viele Eltern wollen ihre Kinder gar nicht mehr. Im Moment räumt der Staat manchen Adoptionsorganisationen laut Rothbard einen monopolartigen Status ein und setzt den „Preis von Kindern“ auf null fest. Und Preisfestsetzung sei „sozialistisch“.

Quelle: Murray Rothbard: The Ethics of Liberty: http://mises.org/rothbard/ethics/fourteen.asp

Nach meinem Dafürhalten sollte es zwar Dinge geben, über die das Volk nicht abstimmen dürfen sollte. Aber als braver Demokrat, dem Volkes Stimme enorm wichtig ist, gebe ich Rothbards Vorschlag hier einmal zur Abstimmung frei (das Ganze ist meinerseits natürlich mit einem schwarzhumorigen Augenzwinkern zu verstehen. Rothbard selbst meint es ernst):

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