Kann Ethik objektiv sein?

Ein Blick auf meine Ausführungen der vergangenen Jahre über eine objektive Ethik könnte ethische Relativisten mit Genugtuung erfüllen. Ich bekomme selbst den Eindruck, dass die Vertreter einer objektiven Ethik oder auch des „ethischen Realismus“ oftmals die von ihnen subjektiv bevorzugte Ethik voreilig als „objektiv“ und aus Tatsachen abgeleitet hinstellen.

Die atheistischen Vertreter einer objektiven Wahrheit über die richtige Ethik würden sich demnach desselben Fehlers schuldig machen wie ihre religiösen Gegenstücke, für die Gottes vermeintliches Wort die Quelle der einzig wahren Moral ist. Und während Hybris ein moralischer Fehler von ethischen Realisten sein kann und oft war, denke ich, dass das hauptsächliche Problem anderswo liegt: Im schieren Ausmaß der Herausforderung, das zu Vereinfachungen und Fehlschlüssen einlädt, um zu einer Antwort zu gelangen.

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Übersicht: Die wichtigsten Beiträge über Ayn Rands Ethik

Einigen Lesern waren meine letzten drei Beiträge über Ayn Rands Metaethik zu anspruchsvoll. Immerhin konnte ich mit dem dritten Beitrag der Serie bei manchen zum ersten Mal für eine grundlegende Klarheit sorgen.

Um weitere Mysterien zu erkunden: Hier findet ihr eine Übersicht über meine wichtigsten Texte zu Ayn Rands Philosophie allgemein, Rands Antwort auf den Sein-Sollen-Fehlschluss, Rands Metaethik und ihre Ethik.

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Wie Ayn Rands Metaethik mit ihrer Ethik zusammenhängt

Die Bedeutung der Metaethik für unser Leben sollte geklärt sein. Siehe dazu den letzten Beitrag: Das Fundament von Ayn Rands Ethik. Es hat sich aber herausgestellt, dass einigen Lesern der Zusammenhang zwischen Ayn Rands Metaethik und ihrer Ethik noch unklar ist.

Bevor ich die Fehler mit Rands Metaethik aufzeige, möchte ich daher zunächst erläutern, was es mit dem „ultimativen Wert“, dem „Maßstab“, der „kontextuellen Absolutheit“ und der Natur des Menschen auf sich hat. Auch versuche ich zu erklären, was das „Überleben als Mensch“ bedeutet. Einiges davon hat auch Gültigkeit, falls Rands Metaethik nicht stimmt.

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Das Fundament von Ayn Rands Ethik erklärt

Die Widerlegung von Ayn Rands Metaethik war eine der größten Erschütterungen meines Weltbilds.

Wie sich gezeigt hat, weiß praktisch niemand, was das überhaupt bedeuten soll. Und das sogar unter Ayn Rands Anhängern, mit Ausnahme einiger weniger Akademiker, die sich beruflich mit ihrer Philosophie befassen. Wir Philosophen haben das Problem, dass wir von einem großen Lebensereignis betroffen werden können, das so abstrakt ist, dass es fast niemand versteht.

Die großen Lebensereignisse von normalen Menschen sind Dinge wie der erste Kuss, die Heirat, der Tod eines engen Familienmitglieds, ein wichtiger Schritt in der Karriere. Nicht die Widerlegung einer Metaethik.

Ich habe schon einmal versucht, die Bedeutung und die Implikationen dieses Ereignisses zu erklären, aber ich habe bei diesem Versuch zu viel vorausgesetzt. Nun hole ich etwas weiter aus. Ich erkläre, was eine Metaethik ist, warum uns das nicht egal sein kann und wie die Metaethik von Ayn Rand aussieht. Und in einem folgenden Teil erkläre ich, warum sie falsch ist.

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Wie die Aufklärung uns verführen kann

Ich sehe mich schon seit gut 15 Jahren als Intellektueller im Dienste der Aufklärung. Erst während meines Journalismusstudiums war mir bitter klargeworden, dass niemand außerhalb meiner Filterblase weiß, was das eigentlich ist. Und dass kaum jemand sonst sich in dieser Rolle sieht.

Hier gehe ich der Frage auf den Grund, welchen Auftrag jene haben, die sich in der Tradition der Aufklärung verorten. Und reflektiere über die Vorteile und die Schattenseiten, die das radikale aufklärerische Denken in meinem Leben hatte.

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Schafft sich der Liberalismus selbst ab?

„Warum der Liberalismus gescheitert ist“ von Patrick J. Deneen ist eine unbedingt ernstzunehmende Kritik am Liberalismus. Mit „Liberalismus“ ist hier die Ideologie gemeint, die seit mehreren hundert Jahren den Westen prägt: Die der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Befreiung des Individuums. Wie Deneen ausführt, hat diese Ideologie eine innere Logik, die zur Selbstabschaffung des Liberalismus führe.

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Das Recht, zu urteilen

Ich bin ein Mensch mit starken Überzeugungen. Einst war ich als „Taliban der Aufklärung“ (Michael Schmidt-Salomon) bekannt. Meine Überzeugungen finden teilweise großen Anklang, teilweise stoßen sie auf heftige Ablehnung. So weit, so gut. Leider wird mir oftmals streitig gemacht, diese Überzeugungen offen vertreten oder sie auch nur in meinem Kopf beherbergen zu dürfen. Es heißt, ich würde anderen ihr Leben vorschreiben wollen.

Das möchte ich nicht – und habe es nie behauptet, im Gegenteil. Ich fordere keine Gesetze, die Rechte und Freiheiten meiner Mitbürger einschränken. Hier ist das, was ich tun möchte: Ich möchte zu einem Mann, der seine Frau betrügt (oder umgekehrt) sagen dürfen: Ich finde, dass sich Partner treu sein sollten und daher verurteile ich Dein Verhalten. Ich möchte zu jemandem, der sich täglich betrinkt sagen dürfen: Ich denke, das ist weder gut für Dich noch andere, und ich verurteile Dein Verhalten. Das ist alles. Wenn sie es trotzdem machen, ist es ihre Sache. Aber es ist meine Sache, sie zu be- und verurteilen, wenn ich das möchte.

Verhängnisvollerweise verstehen viele Menschen den Unterschied zwischen Ethik und Politik nicht. Oder den Unterschied zwischen der Beurteilung einer Ethik und dem Verbot, eine Ethik zu leben. Darum liefere ich in diesem Beitrag eine präzise und differenzierte Erklärung, warum jeder Bürger jeden anderen als unmoralisch oder als guter Mensch beurteilen darf.

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Ist Subjektivismus eine Geisteskrankheit?

Mir ist aufgefallen, dass die Filme „The First Avenger: Civil War“ und „Batman vs Superman“ folgendes gemeinsam haben: Fast alle bis auf einen Charakter drehen plötzlich durch und sehen sich entweder fälschlicherweise als Täter (einige Avengers) oder als Opfer (diejenigen, die beim Kampf gegen Zod zu Schaden kamen und es Superman in die Schuhe schieben). Insofern sind diese Filme Parabeln von unserer eigenen Kultur. Die subjektive Willkür hat viel umfassender, als ich bislang dachte, unsere Gesellschaft übernommen.

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Lest das gefälligst!

Trotz des polemischen Greenpeace-Artikels sollte mein schöner neuer Beitrag gegen den Relativismus nicht untergehen.

Die Hauptthesen:

  • Der Glaube an Gott und der Glaube an progressive Anliegen sind gleichermaßen Willkür
  • Dabei gibt es eigentlich keine relativen Wahrheiten
  • Nur durch eine Orientierung an den Fakten können Konflikte gelöst werden

Zum Beitrag: Die Wirklichkeit ist absolut.

Wenn ihr es nicht lest, schreibe ich nur noch Suchmaschinen-optimierte Beiträge wie „Nackte Nazis machen Terrorismus bei Fußball-WM und Sex“, monetarisiere das und gehe in zwei Wochen in Rente.

Transgender transzendieren

„Weder die einfache Äußerung, man habe nun ein anderes Geschlecht, noch eine Operation kann Ihre Chromosomen ändern. Weder das eine noch das andere „macht“ eine Frau aus einem Mann, wie es einen auch nicht zu einem Drachen macht, wenn man sich die Nase und die Ohren abschneidet.

Geschlechtsumwandlung bleibt eine Lifestyle-Wahl für die Reichen. Wann immer Sie von einem Mann lesen, der sein Geschlecht verändern ließ oder von einer Frau, die erklärt, sie wäre nicht länger eine, weil sie das sagt, dann kommen die kaum je aus innerstädtischen Sozialwohnungen oder aus Drittwelt-Slums. Es geht stets um einen Promi-Chefkoch oder Komiker oder um ein paar wohlhabende Dummköpfe (…).“ Das schreibt Patrick West vom Novo-Partner Spiked: http://buff.ly/1qEZUQk

GWUP-Vorsitzender Armadeo Sarma schrieb mir dazu: „Der Mann hat keine Ahnung, siehe zum Beispiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Hijra – sie sind in 4 Ländern als drittes Geschlecht anerkannt, siehe auch http://www.welt.de/politik/ausland/article126989897/In-Indien-gibt-es-jetzt-drei-Geschlechter.html “

Ich schätze mal, da wird sich die Realität – dass es nur zwei Geschlechter gibt – dem politischen Zeitgeist fügen müssen. Überhaupt schwappten mal wieder die politisch korrekten Emotionen über, als bei Facebook über dieses Thema diskutiert wurde… Weiterlesen

Die Rückkehr der Webinare

Aristoteles und Ayn Rand Politik Teaser

Das nächste Philosophie-Webinar von Andreas Müller. Die Politik von Aristoteles und Ayn Rand im Vergleich.

Ich stehe vor der Entscheidung, eine absurde Menge Geld (für meine Verhältnisse) in meine kommenden Webinare zu investieren, also meine Online-Philosophieseminare.

Es geht weiterhin schwerpunktmäßig um Ayn Rands Objektivismus. Allerdings möchte ich zukünftig verstärkt in Richtung Bildung gehen und das Angebot erweitern für Leute, die sich für mehr als nur spezifisch Ayn Rands Philosophie interessieren. Beispielsweise ist eine Einführung in die Logik geplant und eine Geschichte der Philosophie. Die aufklärerische Grundhaltung bleibt natürlich bestehen (ich würde z.B. keine unkritischen Kurse über Platon machen, sondern eine Hälfte neutrale Platon-Vorstellung und die andere Hälfte Kritik an Platon).

Die Webinare können dann länger werden, etwa für Diskussionen im Anschluss, die Teilnehmer bekommen sie auch als Video-Aufzeichnungen und sie finden regelmäßiger statt. Könnte sich mal jeder melden, der grundsätzlich Interesse hat, daran wieder oder erstmalig teilzunehmen (z.b. via Mail oder Facebook)? Infos und Bewertungen zu bisherigen Webinaren: http://www.edudip.com/academy/feuerbringer. Siehe auch: Vorträge.

Gratis-Diskussionswebinar

So etwas. Leider lässt Edudip unsere langen Diskussionsabende nicht mehr zu. Jetzt wurde eisern das letzte Seminar abgebrochen. Ich entschuldige mich dafür. Leider hat diese Plattform keine Toleranz mehr für Überzieher und Philosophen… nun, Entitäten handeln ihrer Natur gemäß.

Zum Ausgleich möchte ich ein Gratis-Diskussionswebinar anbieten. Ihr könnt euch bei Edudip die Materialien über Ayn Rands Philosophie aus dem Downloadbereich durchlesen und euch Fragen überlegen. Dann können wir noch eine reine Fragestunden bei Edudip machen.

Auf lange Sicht werde ich mehr investieren und die Seminare verlängern. Allmählich lohnt sich das. Dann werden wir nicht mehr unterbrochen.

Also, nächstes Webinar: „Ayn Rands Philosophie – die Debatte“. Diesmal gratis.

Habt ihr einen Wunschtermin?

Freitag, 10. April nächstes Webinar?

Es haben sich nun genug Interessenten für ein weiteres Einführungsseminar in die Philosophie von Ayn Rand gefunden. Weitere Teilnehmer sind willkommen.

Ich schlage als Termin den Freitag 10. April 19:30 Uhr vor.

Mehr Infos zum Webinar: Feuerbringer-Akademie

Hat jeder Interessent dann am Freitag Zeit?

Update: In Ordnung, das Webinar findet also am 10. April 19:30 Uhr statt! Zur Anmeldung: https://www.edudip.com/w/126098