Rückkehr zum Neuen Atheismus

Richard Dawkins: Die Schöpfungslüge. Warum Darwin Recht hatIch bin zurück. Als Übersetzer von Artikeln der Neuen Atheisten. Das war vor Jahren einst meine Aufgabe beim Humanistischen Pressedienst, siehe dort meine Projektreihe Die Neuen Atheisten. Nun bin ich nebenbei für die Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft als Übersetzer von Texten der Neuen Atheisten wie Richard Dawkins und Sam Harris tätig.

Meine erste Übersetzung stammt vom Zoologen Richard Dawkins und nennt sich: „Ist es eine Theorie? Ist es ein Gesetz? Nein, es ist eine Tatsache“ (übrigens eine Anspielung an die alten Superman-Comics: „Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Superman!“). Es geht darum, dass die natürliche Evolution eine Tatsache ist. Mit Atheismus hat der Artikel direkt nichts zu tun, was bedeutet, dass ich auch wieder wissenschaftliche Artikel übersetze. Mein Herz gehört eben der Volksbildung. Oder Aufklärung. Oder was es auch ist, was ich da eigentlich tue. Weiterlesen

Wir sollten Muslime nicht belügen

Sagt ihnen die Wahrheit. Und nichts als die Wahrheit (Bild: WikiImages Kinder in der arabischen Welt, pixabay, CC0

Sagt ihnen die Wahrheit. Und nichts als die Wahrheit (Bild: WikiImages: Kinder in der arabischen Welt, pixabay, CC0

Der geschätzte Jorge Arprin hat im libertären Blog Freitum einen Artikel namens „Islam: Warum wir eine falsche Koran-Interpretation brauchen“ publiziert. Er fordert darin: „Es braucht Imame, die den Propheten Mohammed so reinwaschen wie die Linkspartei die DDR: Verdreht, leugnet und ignoriert den Koran. Die ganze Menschheit würde davon profitieren.“ Das denke ich nicht.

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Islam-Verharmlosung hilft Attentätern

Tatsache ist: Gebildete Menschen lachen hinter ihrem Rücken über die Islam-Verharmloser (Bild: Greyerbaby: Lachende Frau, pixabay, CC0.)

Gebildete Menschen lachen hinter ihrem Rücken über die Islam-Verharmloser (Bild: Greyerbaby: Lachende Frau, pixabay, CC0.)

Die Tagesschau veröffentlichte anlässlich der Anschläge in Belgien einen Kommentar von Monika Wagener mit dem Titel „Hetze gegen den Islam hilft Attentätern„. Sie argumentiert (oder behauptet), es wäre das Ziel der Islamisten, dass sich die Muslime in Europa ausgegrenzt fühlen, damit sie sich dann den Islamisten anschließen. Deshalb kommt den Islamisten die Islamkritik oder die „Hetze gegen den Islam“ angeblich entgegen. Durch die Kritik werden demnach alle Muslime über einen Kamm geschert. Die Europäer entwickeln eine feindselige Haltung gegenüber Muslimen. Muslime werden zu Islamisten. Und wir – wir Islamkritiker (offenbar gibt es davon nur eine Sorte) – haben am Ende die Drecksarbeit für die Islamisten gemacht.

Das ist ein totalitäres Argument, mit dem Kritiker zum Schweigen gebracht werden sollen. Wer den Islam kritisiert, hilft den Islamisten. Wer den Nationalsozialismus kritisierte, der half den Nazis. Wer den Kommunismus kritisierte, der half Stalin, der hilft Kim Jong-un und Raúl Castro. Insofern ist Barack Obama mit gutem Beispiel vorangegangen, als er jüngst bei seinem Kuba-Besuch meinte, die USA könnten sogar etwas von Kuba lernen. Es wird jetzt also genau auf die Art über die Anschläge in Belgien geredet, wie ich es in meiner Satire vorweggenommen hatte.

Reden wir jetzt einmal Klartext.

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Lesetipp: Kritik der liberalen Auslegungen des Islam

Aufklärung und Kritik IslamHier ein Lesetipp von mir, die neue Sonderausgabe von „Aufklärung & Kritik“ (herausgegeben von der Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg). Diesmal schreibt Ufuk Özbe über die „Kritik der liberalen Auslegungen des Islam: Die Islamdebatte zwischen politischer Zweckmäßigkeit und intellektueller Redlichkeit“. Auszug aus dem Fazit:

„Hält man am göttlichen Ursprung des Koran fest und versucht darin ehrlich und ergebnisoffen die Erwartungen seines Schöpfers zu erforschen, kann man zwar in vielen Fragen zu unterschiedlichen Ansichten gelangen, niemals aber zu einer Weltanschauung finden, die nicht in einigen wichtigen Punkten im Widerspruch zu den modernen Grundwerten steht. Und zwar unabhängig davon, ob man den Koran als einen unmittelbar an alle Menschen adressierten Text oder in seinem historischen Kontext liest, ob man die Prophetenüberlieferungen und die gelehrten Exegesen miteinbezieht oder außen vor lässt.

Sowohl gläubiger Muslim als auch Befürworter der freiheitlich-demokratischen Grundwerte sein zu wollen, scheint nur dank des Segens der Unwissenheit oder mit hartnäckiger Verdrängung oder durch Aushalten schwindelerregender geistiger Verrenkungen möglich zu sein.“

Zur Ausgabe (kann man sich gratis als PDF runterladen): http://www.gkpn.de/Oezbe_Kritik-der-liberalen-Auslegungen-des-Islam.pdf

Zurück zur Vernunft! Teil 2: Das Irrationale

Objektivistische Epistemologie 2 Teaser

Es hat leider etwas länger gedauert, als ich dachte. Dafür bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Mein nächstes Webinar bietet Einsichten in das Irrationale:

Teaser

Moderne Philosophen erzählen den Menschen, dass sie ihren Sinnen misstrauen sollen. Angeblich können sie die Wahrheit nicht wissen. Unangenehme Fakten werden von vielen Leuten gerne ausgeblendet. Der Glaube an willkürliche Behauptungen wie Gottes Existenz lebt in der Moderne weiter. Man vertraut häufig eher auf seine Gefühle, als auf seinen Verstand. Manche Menschen versuchen gar, die Realität zu erpressen – und rennen trotzig gegen sie an, wenn sie nicht mitspielt. Die Flucht vor der Realität heißt: Das Irrationale.

In diesem Webinar erläutert der Aufklärer Andreas Müller, was es mit dem Irrationalen auf sich hat. Was steckt dahinter, wie schaden wir uns damit – und wie kann man es vermeiden? Die objektivistische Philosophie von Ayn Rand bietet Antworten auf diese Fragen. Sie bringt den gesunden Menschenverstand in unsere Zeit zurück.

In der dreiteiligen Webinar-Reihe „Zurück zur Vernunft!“ erklärt der objektivistische Denker Andreas Müller, wie wir an Erkenntnisse gelangen. In diesem zweiten Teil geht es um das Irrationale. Der erste Teil (siehe Bewertungen) ergründete, woher unser Wissen kommt. Der dritte Teil wird die Frage behandeln, woher Wissenschaftler ihre Erkenntnisse beziehen.

Termine:

Mittwoch: 17.12.2014, 19:00 Uhr

Freitag: 19.12.2014, 19.30 Uhr

(bei abweichendem Wunschtermin bitte melden: feuerbringer(at)hotmail.de)

Für den zweiten Termin kann man sich nach dem ersten anmelden. Für den Mittwoch ist die Anmeldung schon jetzt möglich:

Zur Anmeldunghttps://www.edudip.com/webinar/Zurück-zur-Vernunft-Teil-2%3A-Das-Irrationale/114128

https://www.edudip.com/embed/index?userId=dHJ1ZS0tbnVoeDRlaThzODcxNTUy&useCss=code-one

Eine klare, undefinierbare Trennlinie

Nicolaus Fest hat mit einem Kommentar in der BILD am Sonntag einen kleinen Skandal ausgelöst:

http://www.bild.de/news/standards/religionen/islam-als-integrationshindernis-36990528.bild.html

Er bezeichnet darin unter anderem den Islam als „Integrationshindernis“. Ist eine Religion, die einen totalitären Staat fordert, in dem Anhänger anderer Religionen und Atheisten als diskriminierte Untergebene behandelt werden, ein Integrationshindernis (was aus den theologischen Säulen des Islams – Koran, Hadith, Leben des Propheten – sowie den Auslegungen führender Schulen hervorgeht)? Darüber werden wir nur ewig rätseln können! Natürlich glaubt nicht jeder selbstbezeichnete „Muslim“ an den Islam, oder hat den Koran gelesen, oder weiß überhaupt irgendetwas über seine Religion – aber das ändert doch nichts an den Inhalten der Religion! Wenn ein Christ keinen Schimmer hat, was in der Bibel steht, wer Jesus war, was die christlichen Feiertage bedeuten, dann ist er eben ignorant, aber das Christentum ist immer noch definierbar und man kann es immer noch von anderen Religionen abgrenzen.

Allerdings verstehen manche Leute etwas anderes unter „Islam“. Das populäre Islambild im Westen hängt mit der Rolle der Religion in unseren freiheitlichen Gesellschaften zusammen. Bei uns ist Religion Privatsache. Kirche und Staat sind mehr oder minder getrennt. Nur teilt der Islam diese Auffassung der Rolle der Religion nicht. Es handelt sich um eine Übertragung unserer Regeln und Traditionen auf eine andere Weltanschauung, die solche Regeln und Traditionen gar nicht kennt. In der islamischen Welt, in jedem islamischen Land (inzwischen auch in der Türkei) sind Staat und Religion eben nicht getrennt, ist Religion eben keine Privatsache.

BILD-Chef Kai Diekmann stellt folgende Trennlinie auf:

Für BILD und Axel Springer gab und gibt es bei all diesen Debatten eine klare, unverrückbare Trennlinie zwischen der Weltreligion des Islam und der menschenverachtenden Ideologie des Islamismus.

Bei BILD und Axel Springer ist deshalb kein Raum für pauschalisierende, herabwürdigende Äußerungen gegenüber dem Islam

Wie lautet denn die Trennlinie und wie wird sie begründet? Wann ist eine Äußerung pauschalisierend und herabwürdigend? Wenn sie wahr ist? Was beinhaltet die Religion des Islams? Welche Texte sind in welcher Auslegung grundlegend für den Islam und was sind hingegen die ideologischen Grundlagen des Islamismus?

Was darf ein BILD-Redakteur über den „Islam“ schreiben und was darf er über den „Islamismus“ schreiben? Brauchen Redakteure klare Richtlinien? Wenn nicht, dann kann man sie beliebig rauswerfen. Immerhin praktisch.

Ich wette meinen Donut darauf, dass wir es niemals erfahren werden. Weil diese Unterscheidung in keiner Weise durchdacht ist. Niemand kann den Unterschied definieren, erklären oder begründen. Die Welt wäre so viel einfacher, wenn jeder Publizist akademische Standards einhalten müsste. Wenn er schreibt, man müsse zwischen „Islam“ und „Islamismus“ unterscheiden, kann das aber weder definieren noch begründen, dann fliegt er einfach durch die Prüfung. Viel Glück beim nächsten Artikel. Das passiert aber nicht. Stattdessen hat ein Publizist dann recht, wenn die Mehrheit oder irgendeine mächtige Minderheit ihm willkürlich zustimmt, egal, was für einen Unsinn er redet.

Wer es anders sieht, möge den Unterschied zwischen „Islam“ und „Islamismus“ bitte aufzeigen und erläutern – oder er möge für immer schweigen.