„Dem Tod zur Hand gehen“ von Edgar Dahl ist erhältlich!

Edgar Dahl Dem Tod zur Hand gehen Buchcover

Die neue Streitschrift des Philosophen Edgar Dahl ist jetzt als eBook erhältlich: „Dem Tod zur Hand gehen. Ein Plädoyer für den ärztlich-assistierten Suizid“. Herausgegeben von mir. Und es ist nicht nur bei Amazon verfügbar – sondern bei sämtlichen großen Buchhändlern:

Durch die eBook-Publikation ist es möglich, auch kürzere Streitschriften wie diese an den Mann und an die Frau zu bringen. Ich finde es großartig, dass sich Edgar dazu entschieden hat und ich bin froh, dass ich ein wenig bei der Publikation helfen konnte. Jetzt kommen wir somit in den Genuss eines wichtigen Buches, das sonst wohl nie das Licht der Welt erblickt hätte. Ein Buch, das man in der politischen Debatte über die Sterbehilfe unbedingt beachten sollte – und das ich inhaltlich voll unterstütze.

Teaser:

Im Herbst 2015 wird der Bundestag über verschiedene Gesetzentwürfe zur Regelung der Sterbehilfe entscheiden. In dieser kurzen Streitschrift plädiert der Bioethiker Edgar Dahl für eine liberale Lösung.

„Nichts ist demütigender, als von anderen vorgeschrieben zu bekommen, wie man zu sterben habe.“ Ronald Dworkin Im Herbst 2015 wird der Bundestag über verschiedene Gesetzentwürfe zur Regelung der Sterbehilfe entscheiden. In dieser kurzen Streitschrift plädiert der Bioethiker Edgar Dahl für eine liberale Lösung: Unheilbar kranken Patienten sollte es ermöglicht werden, sich von ihrem Arzt eine tödliche Dosis eines Schlafmittels geben zu lassen, mit dessen Hilfe sie ihrem Leben – falls ihr Zustand unerträglich werden sollte – selbst ein Ende setzen können.

Zum Buch bei Amazon…

Wer hats geschrieben?

 Die Schweizer? Nein.

(Ergänzung unten)

Uwe-Christian Arnold erhielt „Unterstützung“ von Michael Schmidt-Salomon bei der Verfassung seines Buches über die Sterbehilfe: Letzte Hilfe. Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben. Worin mag diese Unterstützung bestanden haben? Ein Blick auf den Stil gibt Aufschluss:

„Lobbyisten der Pharmaindustrie“, „Feigheit vor dem Patienten“, „im Unterschied zu all den Politikern […] weiß ich, wovon ich spreche“, „als treibende Kräfte sind hier in erster Linie die christlichen Kirchen zu nennen“, „Verrat an den Prinzipien des Rechtsstaats“, „ich klage die verfasste deutsche Ärzteschaft […] an„. Weiterlesen

Wir gehören nicht Gott

Zwar finde ich die Selfie-Kampagne für die Legalisierung der freiwilligen Sterbehilfe der GBS geschmacklos und unfreiwillig komisch, aber in rasende Wut versetzt mich nur eines: Die Meinung von vielen Klerikern, dass wir nicht das Recht hätten, über unser eigenes Leben und somit Sterben zu bestimmen, weil wir Gottes Eigentum sind. Was Gott dazu sagt, wissen wir gar nicht. Selbst in der Bibel, die nicht von Gott direkt geschrieben wurde, steht nichts über Sterbehilfe-Richtlinien. Wir wissen nur, was bestimmte Menschen dazu sagen, die sich erdreisten, in seinem Namen zu sprechen. Schade, dass man solche Konflikte nicht in einem Ultimate-Fighting-Championship austragen kann.

Heinrich Bedford-Strohm ist der evangelische Landesbischof in Bayern. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen äußert er sich zum Thema Sterbehilfe. Er warnt vor „organisierter und kommerzieller Sterbehilfe“, womit er sich an den Bodensatz des Ghettos der geistigen Unterschicht richtet, die sich vor dem Kapitalismus fürchtet. Wir kaufen unsere Lebensmittel in kapitalistischen Geschäften, aber für unseren Tod ist es uns zu schade, dass die Ärzte, die uns behandeln und die unseren Wunsch nach Erlösung aus einem Zustand unerträglichen Leides erhören, für ihre schwierige Aufgabe einvernehmlich entlohnt werden (= Kapitalismus). Ich hätte nicht einmal etwas gegen „kommerzielle“ Sterbehilfe, im Gegenteil, aber die ist obendrein nur ein Schreckgespenst der Fremdbestimmungs-Lobby.

Auf jeden Fall sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, dass er seine krebskranke Frau wohl für Sterbehilfe in die Schweiz begleiten würde, obwohl dies „völlig“ seiner Überzeugung widerspreche.

Handeln Kleriker immer „völlig“ gegen ihre Überzeugung? Es ist zwar völlig gegen meine Überzeugung, Menschenhandel zu betreiben, aber hin und wieder verkaufe ich schon einmal eine Frau oder ein Kind. Der Mensch ist eben ein unvollkommenes, sündiges Wesen! Dagegen kann man gar nichts machen – auch, wenn es gegen meine Überzeugung ist!

So eine dreiste Unverschämtheit, so etwas überhaupt zu äußern, es treibt mich zur Weißglut! Eure Ethik, eure Überzeugungen sind offenbar keinen Pfifferling wert, wenn es darauf ankommt! Wenn man persönlich betroffen ist, dann kann man sich eine göttliche Moral wohl nicht mehr leisten, wie? Wenn ich jetzt Thors Hammer hätte, ich garantiere für nichts!

Und jetzt der Kommentar von Bedford-Strohm dazu: „Schneider hat an keiner Stelle die Position der EKD, die ja auch seine eigene ist, in irgendeiner Weise aufgeweicht. Er sagt heute wie früher, dass er aktive Sterbehilfe oder eine organisierte und erst recht kommerzialisierte Hilfe zum Sterben ablehnt.“

So etwas nennt man „Heuchelei“. Man nimmt für sich und seine Lieben Sterbehilfe in Anspruch, aber man verbietet es anderen Menschen im Namen Gottes.

Die irrationalen Ideen der Kirchen kann man als Mensch nicht leben. Das ist einer von vielen Belegen. Dass wir uns und jene, die wir lieben, für Gott aufopfern sollen, wird ein Mensch mit Selbstvertrauen, der sein Leben liebt, nicht umsetzen. Natürlich sollte er dann andere Menschen ebenfalls gewähren lassen.

Landesbischof: „Es sollte keine organisierte Sterbehilfe geben“ – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Landesbischof-Es-sollte-keine-organisierte-Sterbehilfe-geben-id31606172.html

Deine Kampagne gehört mir!

Ich gebe zu, dass die Idee, ein Selfie von sich zu machen, auf dem man tot aussieht und das Bild dann einer Sterbehilfe-Kampagne zu übermitteln, einen gewissen Kultfaktor hat. Das könnte direkt aus einem Monty-Python-Film stammen (und da MSS ein großer Fan von der Truppe ist, dürfte das in der Tat der Einfluss sein). Es hat auch etwas extrem Dekadentes – es ist die Art von Sache, die eine Gesellschaft direkt vor ihrem Zusammenbruch macht. Am besten, ihr fertigt auch Selfies von euren toten Freunden und Brüdern und Schwestern und Eltern an und teilt die dann mit den Kollegen und mit dem Rest der Welt! Es hat so etwas von dem Film „Idiocracy“, in dem die Durchschnittsintelligenz der Gesellschaft unter den Gefrierpunkt gesunken ist.

Auf jeden Fall werde ich die Kampagne eine Runde parodieren. Ihr könnt meine satirischen Plakate gerne mit einem Link zum Blog teilen, was mich angeht. Die Bilder darauf habe ich entweder selbst gezeichnet oder man darf sie frei verwenden. Bildquelle für das erste Plakat: http://morguefile.com/archive/display/905679, Lizenz M. Die Katze stammt von hier: http://morguefile.com/archive/display/866404, Lizenz M

Sterbehilfe-Finger-AM

Dein-Ende-Gehoert-Mir
Sterbehilfe-Katze

Fotografiere dein totes Gesicht

Denn nur der jeweilige Mensch – nicht der Staat, nicht die Kirche, nicht die Ärzteschaft – hat das Recht zu bestimmen, was für ihn eine würdige Existenz bedeutet. In einem demokratischen Rechtsstaat ist der einzelne Mensch der absolute Souverän seines eigenen Lebens. Die Achtung der Menschenwürde hängt daher entscheidend davon ab, inwieweit der Staat dem Selbstbestimmungsrecht des Individuums Rechnung trägt.

Das würde ich genau so unterschreiben, wie es auf der Website zur Kampagne „Letzte Hilfe“ der Giordano Bruno Stiftung steht. Würde man die Idee natürlich ernst nehmen, dass jeder Mensch sich selbst gehört, dann könnte Stiftungssprecher Michael Schmidt-Salomon in seinen Büchern keine stärkere Umverteilung von Eigentum fordern. Denn wenn wir uns selbst gehören, dann gehören uns natürlich auch die Werte, die wir produziert haben. Er könnte sich dann nicht länger von Liberalen, Libertären und so komischen Leuten wie Philosophen distanzieren, die auf eine so abwegige Idee kommen, Ideen ernst zu nehmen. Man kommt viel schneller ins Fernsehen, wenn man irgendwelche Ideen zusammenbraut, die gerade diskutiert werden – auch wenn sie gar nicht zusammenpassen. Weiterlesen

Meine Ideen gehören mir!

Update: Die Kampagne will Assoziationen mit der Kampagne „Mein Bauch gehört mir“ wecken. Ich habe da wohl zu logisch gedacht. „Mein Ende gehört mir“ folgt aus „Dein Leben gehört dir“, weil das Sterben zum Leben gehört. Es folgt nicht aus einem Bauch, der einem gehört. Da jedoch die GBS überhaupt nicht der Meinung ist, dass wir der Eigentümer unseres eigenen Lebens sind, denkt man an die noch höhere Umverteilung, die Michael Schmidt-Salomon fordert, ergibt die Assoziation mit meinen liberalen Ideen tatsächlich keinen Sinn. Diese marxistischen Ideen mit meinen Ideen in Verbindung zu bringen ist so, als würde man eine Krankheit mit ihrem Heilmittel gleichsetzen. Also: Mea Culpa.

Andererseits hat die Gegenüberstellung, wie der hiesige Kommentator Meier anmerkte, eine weitere Aussage: Die Giordano Bruno Stiftung fokussiert sich mit der PR-Arbeit für Abtreibung und Sterbehilfe auf den Tod. Über das gute Leben hat sie nichts Vernünftiges zu sagen. Objektivisten fokussieren sich auf das Leben und behandeln Abtreibung und Sterbehilfe als Randthemen.

Plakat der Giordano Bruno Stiftung für die Sterbehilfe-Kampagne (Bild: Giordano Bruno Stiftung)

Aktuelles Plakat der Giordano Bruno Stiftung für die Sterbehilfe-Kampagne, 2014 (Plakat: Giordano Bruno Stiftung)

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller von 2013. (Plakat: Andreas Müller)