Sollte man Frauen mit Kopftuch diskriminieren?

Die junge Muslimin Selma Laiouar schrieb einen Artikel namens „Ich sehe, Sie tragen Kopftuch“: Was mich meine Vorstellungsgespräche über Deutschland gelehrt haben, der in der Huffington Post veröffentlicht wurde. Sie beschreibt darin ihre Gründe für den Verdacht, dass ihr Kopftuch für viele Unternehmen ein Anlass sein könnte, sie nicht einzustellen. Eigentlich ist sie sehr qualifiziert, wovon man sich anhand ihres Xing-Profils überzeugen kann.

Ich halte ihre Befürchtung für plausibel. Wer sich von Frau Laiouars Darstellung nicht überzeugen lässt, findet eine umfassende Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit vielleicht aussagekräftiger.

Unter dem HuffPo-Artikel finden sich fast ausschließlich Kommentare, die eine Diskriminierung von Kopftuchträgerinnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht etwa bestreiten, sondern die ihre Diskriminierung ausdrücklich rechtfertigen, darunter sogar von selbst beschriebenen Unternehmensleitern (was angesichts der Gesetzeslage eine unglaublich dämliche Idee ist). Das war für mich der Anlass, mich im Kommentarbereich auf die Seite von Frau Laiouar zu schlagen. An dieser Stelle möchte ich darauf eingehen, was ich als atheistischer, libertärer Islamkritiker von den Argumenten der Gegenseite halte. Weiterlesen

Was Hillary Clinton über den Islam sagen sollte

Der US-amerikanische Philosoph und Buchautor Sam Harris formuliert eine fiktive Rede, die Hillary Clinton halten sollte, um die Bürger von einer Wahl Donald Trumps abzuhalten. Zum Artikel: Was Hillary Clinton über den Islam sagen sollte

Bei dem Artikel handelt es sich um meine neueste Übersetzung für die Richard Dawkins Foundation.

Ich selbst stimme den Artikeln, die ich im Auftrag der Foundation übersetze, nicht immer uneingeschränkt zu. Was Clinton und Trump angeht, habe ich im Gegensatz zu Harris keinen klaren Favoriten. Sie sind beide unglaublich schreckliche Kandidaten. Was Sam Harris Clinton über den Islam sagen lässt, ist zwar grundsätzlich richtig. Leider sagt Clinton dergleichen aber nicht wirklich.

Buchtipps und philosophische Gedanken

Wie so viele andere junge Menschen befasse ich mich gerade mit der Philosophie von Thomas von Aquin. Ich weiß, ich bin mal wieder uncool, weil ich bei solchen Trends erst mitmache, wenn sie schon wieder fast vorbei sind; als würde ich jetzt anfangen, Pokémon Go zu spielen. Der Trend, sich mit Aquin zu befassen, ist sogar schon seit einigen Jahrhunderten vorbei.

In diesem Beitrag empfehle ich zwei Bücher, die ich frisch gelesen habe und außerdem habe ich womöglich einige theologische Probleme gelöst. Ja, ist ein komischer Zeitvertreib für einen Atheisten, aber ich habe das Induktionsproblem (das letzte große philosophische Problem) erst einmal aufgegeben, weil es bislang nicht lösen könnte und mich das allmählich nervt. Ansonsten gibt es nichts mehr weiter zu tun in der Philosophie, daher also meine Lösung einiger theologischer Fragen. Steinigt mich, wenn’s euch nicht passt.

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Die große Entdeckung, die keine war

Hier nun aktuelle Hinweise und Anmerkungen:

1. Es wurde kein neues Teilchen entdeckt. Und manchmal ist es sehr wichtig, wenn die Wissenschaft nichts entdeckt, meint der Physiker Lawrence M. Krauss in meiner neuen Übersetzung für die Richard Dawkins Foundation.

Zum Artikel: Die große Entdeckung, die keine war.

2. Bei Novo bin ich inzwischen noch unsichtbarer geworden, da ich nicht mehr so häufig zum Schreiben von Artikeln komme und andere die Betreuung der sozialen Medien übernommen haben. Seid aber versichert, dass mein unersetzliches, wenn nicht gar unerträgliches Selbst weiterhin im Hintergrund herumspukt und die Qualität der Novo-Artikel in der Textredaktion mit meinen Kollegen gewährleistet.

Subjektivismus und Konstruktivismus

Ich wurde außerdem gebeten, auf den Zusammenhang von Subjektivismus und Konstruktivismus einzugehen. Wie ich das sehe, ist „Subjektivismus“ der Überbegriff und beschreibt eine ganze Philosophie, während der Konstruktivismus der epistemologische Bestandteil des Subjektivismus ist. Der Konstruktivismus besagt, dass wir in unseren Köpfen die Welt subjektiv konstruieren und dass es entweder keine objektive Realität gibt oder dass wir nichts über diese aussagen können. Der Subjektivismus zieht daraus die metaphysischen, ethischen, politischen und ästhetischen Konsequenzen. „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Weiterlesen