Jetzt sind die Leute verrückt über Abtreibung

Gestern waren die Leute mit hysterischem Kreischen bezüglich des Themas Transgender befasst, heute hyperventilieren sie über Abtreibung. Worum es bei Transgender überhaupt ging, weiß ich noch immer nicht genau. Die Forschung dazu ist sehr unterentwickelt. Keine Ahnung, woher andere Leute ihre Informationen beziehen, dass sie sich mit einer so vehementen Sicherheit dazu äußern.

Das Thema Abtreibung ist seit einigen Jahrtausenden Gegenstand philosophischer Betrachtungen. Leider interessieren die niemanden mehr. Wir haben einfach recht und sind moralisch überlegen mit der Liberalisierung von Abtreibung und die USA sind rückständig und auf dem Weg zurück ins „Mittelalter“. Damit ist nicht das real existierende historische Mittelalter gemeint, als die katholische Kirche die Abtreibung bis zu mehreren Wochen bis Monaten nach Empfängnis erlaubt hatte (ja, das stimmt).

Nein, offenbar geht es um ein mythologisches „Mittelalter“. Wir sind so fortschrittlich, dass wir nur noch in Mythen denken, während wir uns in unserer moralischen Überlegenheit sonnen beim hysterischen Herumkreischen.

Weiterlesen „Jetzt sind die Leute verrückt über Abtreibung“

Tierethik erklärt für Idioten

Wieder wurde ich bombardiert mit Spitzfindigkeiten, Ausweichmanövern und radikalem Zweifel. Es gebe wichtige Unterschiede zwischen Tier und Mensch. Die sind moralische Objekte, wir sind moralische Akteure. Wir gehörten einer anderen Kategorie an als Tiere, Komapatienten empfinden nicht bewusst, also kann man sie quälen?

Weiterlesen „Tierethik erklärt für Idioten“

Der differenzierte Beitrag über Veganismus

Photo by BULBFISH on Pexels.com

Die Leute lesen Artikel wahnsinnig gerne selektiv. Im Falle meiner Twitter-Diskussion mit veganen Aktivisten so selektiv, dass ihre Wahrnehmung gar nichts mehr mit dem Inhalt meiner Artikel zu tun hatte. Dabei drücke ich mich eigentlich sehr klar aus. Aber wer mit wahnhaften Vorurteilen an meine Artikel herangeht, liest trotzdem Dinge hinein.

Hier also meine tatsächlichen Auffassungen über den Veganismus und „Missverständnisse“ aus mangelndem Textverständnis oder Böswilligkeit.

Weiterlesen „Der differenzierte Beitrag über Veganismus“

Vom Neuen Atheismus zum Dialog

Graham Oppy, William Lane Craig, Cameron Bertuzzi (YouTube/Capturing Christianity)

Der Neue Atheismus hatte auch eine positive Konsequenz. Vor kurzem schrieb ich darüber, dass er zu einer antitheistischen Traditionslinie gehört, die allerlei Mythen über Religion verbreitet. Das stimmt auch und es ist mir einerseits ein wenig peinlich, dazu beigetragen zu haben. Andererseits hatte der Neue Atheismus kulturell auch einen positiven Effekt: Wir haben das Tabu zerstört, Religion öffentlich kritisieren zu dürfen. Nun befinden sich christliche Apologeten und atheistische Philosophen in einem öffentlichen Austausch auf höchstem Niveau.

Weiterlesen „Vom Neuen Atheismus zum Dialog“

Veganismus ist anspruchsvoll

Versperrter Weg (Foto: Andreas Müller)

Mein Ausgangstweet zur jüngsten Veganer-Diskussion auf Twitter war eine Kritik an der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Ich finde, sie überschätzt die für den Veganismus erforderliche Ernährungskompetenz der breiten Bevölkerung.

Als Reaktion darauf gab es neben allerlei Anekdoten und Beleidigungen seitens Veganern auch ein paar Links. Links zu Quellen, die allesamt meine Aussage bestätigen. Was kurios ist, aber ich mag ja Bestätigungen meiner Thesen.

Weiterlesen „Veganismus ist anspruchsvoll“

Die Stammeskrieg-Diskussionskultur

Libertäre haben auf Twitter auf meinen Beitrag gegen das „Untergrund“-Argument eingeschlagen. Sie wüteten ausschließlich gegen Thesen, die ich nie aufgestellt habe. Im Beitrag argumentiere ich weder für noch gegen ein Verbot von Drogen und Prostitution, sondern es geht einzig um das „Untergrund“-Argument. Tatsächlich hatte mir ein Kritiker sogar vorgeworfen, dass ich nur darüber rede und nicht sage, was er hören will. Pecht gehabt.

Weiterlesen „Die Stammeskrieg-Diskussionskultur“

Die Welt ist seltsam

Alles geht mit rechten Dingen zu. Diese Behauptung macht den Naturalismus zu einer attraktiven geschlossenen Weltanschauung. Alles ergibt Sinn, ist geordnet und hat seinen Platz. Und wenn etwas aus der Reihe fällt, versucht man aufzuzeigen, dass es entweder nicht existiert, nicht wirklich aus der Reihe fällt oder zukünftig sicher naturalistisch erklärt werden kann. Dasselbe Prinzip gilt für alle geschlossenen Weltanschauungen: Die Welt hat so zu sein, wie wir das festgelegt haben, und wenn sie anders ist, hat sie Pech gehabt.

Weiterlesen „Die Welt ist seltsam“

Ist Tiere quälen intuitiv richtig?

Manche Tiere zu streicheln und andere zu essen sei keineswegs paradox. Ebenso behandeln wir verschiedene Menschen auf unterschiedliche Art. Manche sind unsere Handelspartner, andere Ehepartner, wieder andere unsere Widersacher. Fast alle Menschen in der gesamten Geschichte fanden es intuitiv richtig, manche Tiere zu streicheln, von anderen Tieren ihren Pflug ziehen zu lassen und wieder andere zu essen. Wie könne ich behaupten, es sei unintuitiv, Tiere zu essen?

Weiterlesen „Ist Tiere quälen intuitiv richtig?“

Revisionistischer Intuitionismus versus radikaler Skeptizismus

Hamburg Deich Wilhelmsburg (Foto: Andreas Müller)

Im Kern bemühe ich mich um die Lösung von zwei großen Herausforderungen: 1. Eine Antwort auf metaethische Fragen zu finden (warum sollen wir überhaupt ethisch handeln? Was ist die Grundlage der Ethik?), 2. dabei Dogmatismus, Nihilismus und Relativismus zu vermeiden. So hat mich das zum revisionistischen Intuitionismus geführt:

Weiterlesen „Revisionistischer Intuitionismus versus radikaler Skeptizismus“