Leipzig: Nachlese

Erfreulich viele Besucher sind zu meinem Vortrag in Leipzig gekommen. Es hat also Vorteile, solche Veranstaltungen für Studenten verpflichtend zu machen. Zudem waren auch interessierte Bürger anwesend, was, wie man mir sagte, normalerweise nicht so ist. Ein gefüllter Hörsaal und nur wenige Zuhörer konnten mir vorzeitig entkommen; mehr kann man sich ja nicht wünschen. Weiterlesen

Erinnerung: Feuerbringer am Mittwoch in Leipzig

An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig werde ich morgen, Mittwoch,  als Teil der Ringvorlesung Wo steht der Mensch? über das Thema “Aufklärung 2.0″ referieren.

Zeit: 28. März 2012, 17:15 – 18:45

Ort: HTWK Leipzig, Karl-Liebknecht-Straße 132, 04277 Leipzig; Raum G119

http://www.htwk-leipzig.de/de/studierende/studium-generale/archiv/detailseite/details/schoepfung-oder-evolution-wo-steht-der-mensch/

Vortrag zu Hause streamen (wird nicht aufgezeichnet): http://webconf.htwk-leipzig.de/bastian

Ankündigungstext

“Aufklärung ist für alle da” ist das Motto von Andreas Müller. Der Autor (Sire! – führen Sie die Aufklärung ein!, Ist der Wald endlich tot?, u.a.) verfolgt das Ziel, Aufklärung amüsant und verständlich darzustellen.

In seinem Vortrag Aufklärung 2.0 nimmt Andreas Müller seine Zuhörer mit ins 18. Jahrhundert, ins Zeitalter der Vernunft. Anhand von Schlüsseltexten und Gedichten versucht er, den Geist der Epoche verständlich und erfahrbar zu machen.

Im zweiten Teil des Vortrags geht es um den Streit um das Erbe der Aufklärung in unserer eigenen Zeit. Aus der Perspektive von Ayn Rands objektivistischer Philosophie kritisiert Andreas Müller moderne Aspekte der Gegenaufklärung. Auf provokative Denkanstöße und Überraschungen darf man sich dabei gefasst machen.

David Horowitz über Israel

David Horowitz spricht zu einer Gruppe amerikanischer Studenten über den Nahostkonflikt. Am Anfang von Teil 2 verlassen eine ganze Reihe Studenten demonstrativ den Saal und es bleibt kaum jemand übrig.

Jeder darf überall im Westen Israel kritisieren. Aber sich auf die Seite Israels schlagen, das wäre moralisch auf einer Ebene mit Antisemitismus.

Hintergrundvideo zum Protest:

Erste Infos: Der Westen. Ein Nachruf

Hier seht ihr einen Entwurf, wie das Cover für mein nächstes Buch aussehen könnte, das voraussichtlich im Mai im Kindle-Shop erscheinen wird.

Der Westen. Ein Nachruf ist der Nachfolger von Ist der Wald endlich tot?. Das eBook wird eine Sammlung der besten Beiträge aus dem „Feuerbringer-Magazin“ werden, aus „Aufklärung 2.0“ und aus der offiziellen Website zu Terry Rotter und das Feuer der Freiheit, plus neue Exklusivbeiträge und Essays von prominenten Gastautoren. Wie gewohnt werden die Beiträge überarbeitet und zu einem großen Ganzen verknüpft.

Inhaltlich handelt es sich um einen Angriff auf verschiedene Varianten der Gegenaufklärung, sowie eine Verteidigung der westlichen Kultur aus der Perspektive von Ayn Rands Objektivismus. Einige Überraschungen wird es dabei ebenso geben. Der Westen. Ein Nachruf wird erheblich umfangreicher als meine bisherigen Bücher sein (mit einem geringfügig höheren Preis).

Die Arbeit an dem Buch ist auch der Grund, warum ich nicht mehr ganz so oft blogge. Wenn ich hier einen neuen Beitrag schreibe, kann dieser schon nicht mehr als neuer Beitrag für das Buch gelten. Ein echtes Dilemma, das ich ökonomisch lösen muss, also mit der schrecklich egoistischen Überlegung, wie sich mehr Geld verdienen lässt. Dank der Blog-Förderer wird es trotzdem bald wieder größere Beiträge hier geben.

Mich würde nun eure Meinung über das Cover interessieren. Sagt es euch zu? Würdet ihr etwas verändern?

Der Vorgänger

http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=terrrott-21&o=3&p=8&l=as1&asins=B005MKD83O&ref=qf_sp_asin_til&fc1=000000&IS2=1&lt1=_blank&m=amazon&lc1=971919&bc1=000000&bg1=F2E2C1&f=ifr

Pat Condell: „Sag die Wahrheit über den Islam“

[tube]http://www.youtube.com/watch?v=INll6Y5iqbM[/tube]

Pat Condells neues Video ist online. Seine Unterscheidung zwischen der islamischen Religion und der Kultur in islamischen Ländern kann ich nicht ganz nachvollziehen. „Religion“ ist ein Sammelsurium kultureller Praktiken, die eine Institution für sich beansprucht. Vielleicht meint Condell, dass die Praktiken, die er kritisiert, im Koran und in den Hadithen angeführt werden. Allerdings variiert die Auslegung des Korans und die Anwendung dieser Praktiken durchaus von Land zu Land.

Man kann viele Aspekte des Islams als Problem ansehen. Was davon nun Kultur ist und was Religion, ist aus meiner Perspektive kaum zu trennen und wenig relevant. Man muss die oftmals angeführte Verteidigung, Ehrenmorde oder Genitalverstümmelung wären keine religiösen, sondern kulturellen Praktiken, gar nicht mit der gegenteiligen Behauptung kontern. Man kann einfach sagen: Das ist mir verdammt egal, es verstößt gegen die Menschenrechte, und wenn es in unserem Rechtsstaat vorkommt, dann können sich die Verantwortlichen auf eine lange Zeit hinter Gittern gefasst machen.

„Warum darf man Kinder und Behinderte nicht töten?“

(Update: Potenziell missverständliche Passagen korrigiert)

Diese Frage wurde mir oft gestellt. Viele Leser sind der Meinung, dass es aus der Perspektive der Vertragstheorie keinen Grund gäbe, Schwache, Behinderte und Kinder am Leben zu lassen. Wenn nämlich Menschenrechte nur für moralische Akteure gelten, da sie ihrem Überlebensinteresse dienen, und nicht für Tiere, dann dürften sie auch nicht für Menschen gelten, die keine moralischen Akteure sind. Verantwortlich für die Sichtweise, dass man darum Rechte auch auf Tiere ausweiten müsste, ist praktisch ausschließlich der Utilitarist Peter Singer, dessen Ethik auf Sonderfällen  („aber was ist mit einem Kind, das kein Gehirn hat?“, etc.) begründet ist.

Der Kritik an der Vertragstheorie zufolge würde es in unserem rationalen Eigeninteresse liegen, Kinder und Kranke einfach zu töten. Bedenkt man, dass wir selber mal Kinder waren und jederzeit krank und behindert werden können, erscheint mir das sehr weit hergeholt. Schließlich könnten wir dann in bestimmten Lebensabschnitten selbst getötet werden (und das soll in unserem rationalen Eigeninteresse liegen?). Zudem beruht diese Meinung auf der Annahme, wir hätten kein rationales Eigeninteresse am Wohl von unseren eigenen Kindern und unseren behinderten Verwandten und Freunden, sodass deren Rechte staatlich nicht geschützt werden müssten. Selbst mit der Idee, fremden Kindern und Kranken das Lebensrecht abzusprechen, erscheint mir ein nicht geringes Risiko verbunden zu sein.

In der Tat haben laut dem Objektivismus behinderte Erwachsene keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung, da diese erfordert, dass Menschen zum Wohle von Behinderten, die am anderen Ende des Landes leben, die sie nie getroffen haben, noch jemals treffen werden, unfreiwillig Sklavenarbeit verrichten – Arbeit, für die man sie nicht bezahlt (genauer: der Anteil der Arbeit, dessen Lohn sie unfreiwillig abgeben müssen, ist in den meisten Fällen nicht mit einer Gegenleistung verbunden). Dies ist, im Gegensatz zur allgemeinen Wahrnehmung, ethisch nicht zu rechtfertigen. Jedenfalls wüsste ich gerne, wie das funktionieren sollte – eine private, also freiwillige Versicherung ist selbstverständlich nicht ausgeschlossen.

Wer nun daraus aber schließt, dass diejenigen, nicht gerade zahlreichen Schwerbehinderten ohne Angehörige, die sich um sie kümmern (wozu sie verpflichtet wären) darum einfach verhungern müssten, der hat eine derart negative Meinung vom Menschen an sich – er traut ihm nicht einmal zu, den unzähligen privaten Wohlfahrtsorganisationen genügend Geld zu spenden, um sich um diese wenigen Personen in unserem eigenen Land zu kümmern, wo sie sich doch heute schon um viele, viele mehr kümmern! – dass es mir schlichtweg den Atem raubt. Wenn die Menschen bereit sind, sich vom Staat ohne Gegenleistung bestehlen zu lassen, so werden sie erst recht bereit sein, freiwillig für wirklich sinnvolle Projekte ein wenig Geld zur Verfügung zu stellen!

Und dies wird mir angeboten als klare Widerlegung des Objektivismus und der zugehörigen Vertragstheorie, auf der, nebenbei erwähnt, unser liberaler Rechtsstaat aufbaut. Der Utilitarismus und nicht „das Gerede von Rechten“ ist Unsinn auf Stelzen, um Jeremy Bentham zu paraphrasieren.

Mehr zum Thema bietet der Philosoph Edgar Dahl:

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/libertarian/allgemein/2011-07-06/das-recht-des-st-rkeren

Was tue ich gerade?

Aktuell blogge ich wieder etwas weniger, weil ich mit Hochdruck an meinem nächsten Buch, Der Westen Ein Nachruf arbeite. Dieses ist eine Sammlung von meinen besten Essays (überarbeitet und erweitert), um die mich viele Leser gebeten haben und der Nachfolger zu meiner Satiresammlung Ist der Wald endlich tot?.

Gastbeiträge und neue Beiträge von mir sind wieder mit von der Partie. Es wird mein umfangreichstes Buch werden; über doppelt so lang wie der Vorgänger, also über 200 Seiten. Und im Verhältnis wird es natürlich auch ein bisschen mehr kosten, aber bei den geringen Kindle-Buch-Preisen wird das fast allen Lesern ziemlich egal sein, denke ich. Wenn alles glatt läuft, könnte es schon im April/Mai fertig sein.

Veranstaltungshinweis

Colin Goldner und Thomas Junker von der Giordano Bruno Stiftung werden neben anderen Dozenten an der  Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig in der Ringvorlesung Wo steht der Mensch? über Tierrechte und evolutionäre Psychologie sprechen. Ich bin ebenfalls als Dozent vertreten.

Termine

Mittwochs, 17:15 – 18:45

21. März 2012 – 20. Juni 2012

(Feuerbringer alias Andreas Müller: 28. März)

Ort

HTWK Leipzig, Karl-Liebknecht-Straße 132, 04277 Leipzig

Raum G119

Den ersten Vortrag der Reihe am 28. März – nach der Einführungsvorlesung von Dr. rer. nat. Martin Schubert am 21. März, versteht sich – werde ich halten. In meinem Vortrag wird es um die Fragen gehen, was die Aufklärung historisch gewesen ist und ob wir heute aufgeklärt sind, was „Aufklärung 2.0“ bedeutet und warum wir sie brauchen. Die Vorträge sind alle allgemeinverständlich (Studium generale) und meiner natürlich ebenso.

http://www.htwk-leipzig.de/de/studierende/studium-generale/wo-steht-der-mensch/

Ich werde mich also vornehmlich darum bemühen, den „Geist der Aufklärung“ audiovisuell erfahrbar zu machen. Ebenso gehe ich im zweiten Teil darauf ein, was ich heutzutage zur Gegenaufklärung zähle und begründe dies aus der Perspektive des Objektivismus, also meiner Aufklärungsphilosophie. Da wird es dann einige Überraschungen geben und ich freue mich schon auf die Steinigung (war nur Spaß, ich bin ja supernett, außerdem sind die Pflastersteine hoffentlich fest im Boden vor dem Gebäude verankert…).

Und erlöse uns von den Doofen

Es lohnt sich, Keine Macht den Doofen? von Michael Schmidt-Salomon etwas näher zu betrachten. Die Leute bewerten das Buch viel zu gut auf Amazon, das kann so nicht weitergehen.

Es folgt ein Einblick in verschiedene Aspekte jener Polemik. Zuerst stelle ich eine Frage an das Buch, diese beantworte ich auf dessen Grundlage, belege die Antwort mit Zitaten und dann erkläre ich meine Einwände. Wenn wir uns exorbitante Rezensionen denn noch leisten können – vielleicht müssen wir Michael Schmidt-Salomon in Zukunft vorher fragen. Weiterlesen