Der agnostische Mord

How to Host a Murder (Bild: morguefile.com, Lizenz: M)

How to Host a Murder (Bild: morguefile.com, Lizenz: M)

Nehmen Sie an, dass Sie jemand eines Mordes beschuldigt. Es kommt zu einem Prozess und Sie müssen sich vor Gericht verteidigen. „Sie haben vor zwei Wochen einen Mann mit zwölf Messerstichen ermordet!“ Der Kläger, der Sie des Mordes beschuldigt, erwähnt keinerlei Belege für seine Behauptung. „Es gibt keine Leiche, keine Tatwaffe, keine Zeugen!“, betonen Sie. „Das heißt gar nichts“, sagt Ihr Gegenspieler. „Die Leiche haben Sie in Salzsäure aufgelöst, die Tatwaffe haben Sie ins Meer geworfen, die Zeugen haben Sie zum Schweigen gebracht.“ Sie wissen kaum noch, was Sie da sagen sollen. „Ich war zum Tatzeitpunkt im Krankenhaus. Das können Ärzte, Schwestern und meine Angehörigen bezeugen!“ Der Kläger schüttelt den Kopf. „Das war Ihr naiver Versuch, sich ein Alibi zu verschaffen. Tatsächlich haben Sie einen Auftragsmörder bezahlt, dass er den Mord für Sie begeht.“ Weiterlesen

Der perfekte Terroranschlag?

Laut aktuellem Stand ist das Motiv des Co-Piloten „Andreas L.“ (ich brauche mal einen neuen Vornamen) völlig unklar. Man kann nicht einmal erraten, was es sein mag. Niemand weiß irgendetwas. Er hat einfach ein Flugzeug voller Passagiere in einen Berg gerammt. „Ein N24-Reporter berichtet, dass Andreas L. von einer Lufthansa-Mitarbeiterin als „normal, nicht auffällig und ruhig“ beschrieben wurde“ (Hamburger Morgenpost). Dasselbe sagen auch andere Leute, die ihn kennen. Offenbar war er ein gelassener, freundlicher, „lebensbejahender“ Typ. Da erinnert man sich gerne an die Momente, als man selbst nicht so gelassen und freundlich war und möglichst gar nicht normal. Um sich bloß vom Täter abzugrenzen.

Unter bestimmten Bedingungen wäre es Herrn „L“ jedenfalls gelungen, den perfekten Terroranschlag zu begehen. (Update 2) Weiterlesen

Küss sie doch!

Erinnert ihr euch noch an die Ankündigung von gestern? Hier ist also das nächste Lied aus Disneys Arielle, das ich an den Zeitgeist angepasst habe. Wenn Männer als potenzielle Vergewaltiger gelten, müssen Liebeslieder anders klingen.

Sieh‘ sie dir an!
ist sie nicht bezaubernd schön?
wie ein Bild das schweigt,
doch zeigt dir ihr Gesicht nicht alles?

***
Du weisst nicht wie,
siehst du sie vis-à-vis?
heißt das nicht: Küss sie doch!
Klar willst du sie!

***

Ihre Einwilligung brauchst du schon
sonst wird ihr Anwalt dich bedrohen
Der will doch auch seinen Lohn
Mann: Küss sie doch!

***

Schriftlich und dreimal kopiert
Dann läuft das wie geschmiert
Außer sie verklagt dich noch
Küss sie doch!

***

Starr sie nicht zu lange an
Sexuelle Belästigung ist dann
wenn du eine Frau küssen magst
ohne dass du es zwei Wochen vorher sagst

***

Ein schöner Prinz magst du wohl sein
sie buchten dich bald trotzdem ein.
Die Romantik ist dahin
Feministen sahen darin keinen Sinn
Sha la la la la laaaa
Küss sie doch!

Eine Kuh zu sein

Ein Mensch will keiner mehr sein, aber eine Kuh? (Bild: morguefile.com, Lizenz: M)

Ein Mensch will keiner mehr sein, aber eine Kuh? (Bild: morguefile.com, Lizenz: M)

Wussten Sie schon, dass „Kühe über den Verlust ihrer Kälber weinen und in der Stallhaltung regelrechte Depressionen entwickeln?“ Das steht jedenfalls in Keine Macht den Doofen! von Michael Schmidt-Salomon, die Streitschrift des bekannten deutschen Bestseller-Humanisten und Fernseh-Philosophen. Ich kann es leider nicht mehr vergessen, seit ich es gelesen habe. Es ist ja auch zum Heulen. Ich war also so frei, auch mal zu texten und das Lied Ein Mensch zu sein aus Disneys Arielle an unseren Zeitgeist anzupassen. In Arielle, die Meerjungfrau möchte eine junge Meerjungfrau ein Mensch sein und sie beschreibt in ihrem Lied, wie großartig es wäre, ein Mensch zu sein. Um Bücher zu verkaufen, muss man heute eher so etwas schreiben: Weiterlesen

„Die Philosophie von Ayn Rand“?

Die Philosophie von Ayn Rand Cover

Da sich jetzt noch ein Interessent an einem weiteren Termin für das Online-Seminar „Die Philosophie von Ayn Rand“ gemeldet an, hier die Frage, ob es noch mehr Interessenten gibt?

Update: Jetzt sind es zwei.

Update 2: Und schon sind es drei. Gibt es noch mehr?

Man möge sich zur Orientierung die Beschreibung und die aufschlussreichen Teilnehmer-Bewertungen der letzten Veranstaltung ansehen:

https://www.edudip.com/w/126098

Es handelt sich um ein umfassendes Einführungsseminar in den sogenannten „Objektivismus“, die Philosophie von Ayn Rand („Atlas Shrugged / Der Streik„). Ein Teilnehmer nannte sie „Die Philosophie des gesunden Menschenverstandes“, was ich für zutreffend halte.

Im Vergleich zu meinen bisherigen Webinaren ist dieses länger und etwas anspruchsvoller. Letztes Mal hat es inklusive Diskussion zwei Stunden gedauert, im Normalfall sind es aber eher 1 1/2 Stunden (offiziell 60 Minuten, aber die Diskussionen gehen in der Regel darüber hinaus). Man erhält einen Überblick über die wichtigsten Aussagen der Objektivismus in den Kernbereichen Metaphysik (Wie ist die Welt grundsätzlich beschaffen?), Epistemologie (Bedingungen des Wissens), Ethik (Wie soll ich handeln?) und Politik (Wie kann man am besten mit anderen Menschen zusammenleben?). Ich zeige auch auf, wie diese Bereiche zusammenhängen.

Ergänzend zu dem Webinar erhalten die Teilnehmer die Präsentation sowie ein 14-seitiges Handout, das die Präsentation näher erläutert. Damit hat man ordentlich Material, um die grundlegenden Inhalte noch einmal nachzuvollziehen.

Hin und wieder finden meine Materialien auch Einzug in den Schulunterricht. In dem Kontext habe ich dankenswerterweise vom Ethiklehrer Andreas Dietz erfahren, dass mein YouTube-Vortrag Ethik ist objektiv etwas zu anspruchsvoll für viele, wenn auch nicht alle, Gymnasialschüler ausfällt. Auch meinte ein Teilnehmer der Einführungsvorlesung letztes Mal, dass es zu viele unorthodoxe Ideen auf einmal darin gibt. Ich werde also generell das Vortragsniveau noch ein wenig absenken. Wenn es keine weiteren Interessenten gibt, werde ich dieses Einführungsseminar folglich nicht wieder halten. Stattdessen habe ich vor, die Inhalte der Einführung erheblich zu verkürzen und zu vereinfachen, sodass eine „populäre“ Einführung übrigbleibt, die noch mehr Menschen zugänglich ist. Weiterhin gilt natürlich, dass das dritte Epistemologie-Seminar über die Wissenschaftstheorie in der Mache ist, das sich an jene richtet, die schon ein gewisses Grundwissen haben (woran ich aber erst weiterarbeiten kann, wenn die neue Printausgabe von Novo Argumente fertig ist).

Generell gilt: Meine Seminare gibt es nirgends zum Download und sie finden nur ein paar Mal statt. Entweder man geht hin oder man hat vielleicht keine Möglichkeit, sie zu sehen. Sicher nicht auf absehbare Zeit.

Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Leute gleich etwas tiefer in den Objektivismus einsteigen möchten. Von daher also: Meldet euch, wenn ihr „Die Philosophie von Ayn Rand“ ein letztes Mal hören und meine Materialien dazu erhalten möchtet: feuerbringer(at)hotmail.de!