Die Bedeutung von Thomas von Aquin

thomas_von_aquin„Jeder Wille, der der Vernunft widerspricht, ist böse.“

(Thomas von Aquin: Das irrende Gewissen, Artikel 6.1)

Der Glaube an Jesu als Gottes Sohn sei unverzichtbar für die Erlösung, schrieb Thomas von Aquin einst. Aber wer mit seiner Vernunft keinen guten Grund sieht, daran zu glauben, der sollte auch nicht daran glauben. Er würde einen moralischen Fehler begehen, wenn er es doch tut. Insofern mache ich also alles richtig. Das freut mich und ist Grund genug, im Folgenden auf die philosophische und historische Bedeutung von Thomas von Aquin kurz einzugehen. Weiterlesen

Ist Humanismus vor allem Identitätspolitik?

„Ich glaube, dass Identitätspolitik einfach Gift ist.“ (Sam Harris, amerikanischer Religionskritiker)

Ist der säkulare Humanismus in unserer Zeit zu größeren Teilen eine Erscheinungsform der Identitätspolitik? Auf diesen Gedanken hat mich Novo-Chef Johannes Richardt dankenswerterweise gestern gebracht, nachdem ich über meinen Streit mit anderen Humanisten über die Diskriminierung von Kopftuchträgerinnen gesprochen hatte. Auf diesen Gedanken war ich noch nicht gekommen. Aber das würde einiges erklären. Weiterlesen

Atheisten: Wir sind nicht besser als die

Es ist wieder Zeit für mein Wort zum Sonntag. Heute geht es um die Frage, warum so viele „säkulare Humanisten“ einen schlechten Charakter haben. Dass dem so ist, ist mir in dem Jahrzehnt, seitdem ich in dieser Szene aktiv bin, leider häufig aufgefallen.

Viele, wenn nicht die meisten Leute, die sich dieser Tage „säkulare Humanisten“ nennen, sind nicht einmal Humanisten, haben also keine Ethik, die den Menschen ins Zentrum setzt (und es geht hier nicht um Kleinigkeiten oder geringfügige Meinungsverschiedenheiten). Das, was sie „atheistisch“ nennen, ist lediglich ein nihilistischer reduktionistischer Materialismus, der sich im politischen Bereich als eine Variante des Marxismus äußert.

Da ich nun auf mehrere Beispiele für den miesen Charakter und die offensichtlich anti-humanistischen Ansichten vieler „säkularer Humanisten“ (wie sie sich selbst nennen) im Detail eingegangen bin, möchte ich nun die Frage nach den Ursachen für dieses Phänomen zu beantworten versuchen. Weiterlesen

Ist Intoleranz tolerant, wenn sie links ist?

Michael Schmidt-Salomon ist ein Genie. Ein PR-Genie. Kaum ein anderer öffentlicher „Intellektueller“ unserer Zeit hat ein so gutes Gespür dafür, was er schreiben muss, um von Mainstream-Medien hofiert zu werden. Er erkennt den Zeitgeist genau und passt seine Sprache und Meinung daran an. Schmidt-Salomon ist der vielleicht größte Anpasser des ganzen Landes.

Als Philosoph schreibt er zwar nur Unsinn, aber man kann nicht auf allen Gebieten Überragendes leisten. Der neueste Essay des Vorstandssprechers der Giordano Bruno Stiftung befasst sich mit der Frage, ob und inwieweit wir als Gesellschaft Intoleranz tolerieren müssen.

Wie schon seine Streitschrift „Keine Macht den Doofen!“ (eine Auflistung von Beleidigungen von Konservativen) ist der Essay gegenüber Andersdenkenden atemberaubend intolerant. Er plädiert dabei jedoch, oberflächlich betrachtet, für mehr Toleranz. Das entspricht der Haltung der Social Justice Warrior, die für mehr Toleranz gegenüber Minderheiten wie Transgender und Muslimen eintreten, aber nur, sofern die Minderheiten genau ihrer politischen Meinung sind (was sie oft fälschlicherweise glauben). Weiterlesen

Auch nur eine Religion?

Der Glaube ist absolut, die Wirklichkeit etwas komplizierter, schreibt Nikolaus Bösch in seiner Replik auf meinen Kommentar Die Wirklichkeit ist absolut. Seine Replik besteht darin, Ayn Rands Philosophie „Objektivismus“, die ich teile, mit einer Religion gleichzusetzen und mir vorzuwerfen, ich würde nur blind an einen Quasi-Gott glauben, während Bösch sich nicht auf solche „Versuchungen“ einlässt.

Das ist ein altes Strohmann-Argument gegen den Objektivismus. Im Grunde gehört sich so etwas in einer zivilisierten Debatte nicht, den Widersacher in eine Kultisten-Ecke zu stellen und somit zu einer Person zu erklären, deren Behauptungen sowieso keine Beachtung verdienen. Das ist eine totalitäre Strategie, wie sie Kommunisten gegen als „Klassenfeinde“ gebrandmarkte Regimegegner einsetzten. Deshalb habe ich bislang nicht auf die Replik geantwortet, aber ich möchte sie nun lieber doch nicht einfach so stehen lassen. Also hier meine Replik. Weiterlesen